[Filmkritik] The Best of Me – Mein Weg zu dir

08. Januar 2015 | 21:51 | Gesehen, Verfilmt

Der Tod eines geliebten Menschen führt Dawson zurück in seine Heimatstadt, wo er nach fünfundzwanzig Jahren das erste Mal seine große Jugendliebe Amanda wiedersieht, die aus dem gleichen Grund zurückgekommen ist. Er hat nie aufgehört sie zu lieben, doch sie hat ihm nie vergeben, wie er der Beziehung damals ein Ende gesetzt hat.

Dawson und Amanda verliebten sich in der High School ineinander und schmiedeten Pläne für eine gemeinsame Zukunft. Aber während sie aus einer wohlhabenden Familie stammte, ist Dawson alles andere als gut behütet aufgewachsen und seine düstere Vergangenheit hat ihn schließlich auf eine furchtbare Weise eingeholt …


The Best of Me – Mein Weg zu dir ist bereits die neunte Adaption eines Romans von Nicholas Sparks und ordnet sich perfekt in die Reihe der gelungenen Verfilmungen seiner Werke ein.

Der Film ist, wie alle anderen zuvor, vor allem sehr romantisch, denn das eigentliche Thema des Autors ist und bleibt, unabhängig von anderen Handlungssträngen, stets die Liebe. Besonders hervorstechend sind aber die ausgesprochen liebenswerten Charaktere, angefangen bei den Protagonisten bis hin zu einigen Nebenfiguren.

Tuck, gespielt von Gerald McRaney, gibt dem jugendlichen Dawson ein neues Zuhause als dieser es am dringendsten braucht und liebt ihn wie einen eigenen Sohn, wofür man ihn einfach gern haben muss. Er sieht Dawsons Potenzial und beschützt ihn, was er selbst dann nicht bereut als es ihn teuer zu stehen kommt. Außerdem ist er davon überzeugt, dass Amanda und Dawson zusammen gehören, weshalb er sie – wie geplant, worüber man trotz des traurigen Anlasses ein wenig schmunzeln muss – mit seinem Tod wenigstens dazu bringt einander wiederzusehen. Der Brief, den Tuck Dawson hinterlassen hat, rührt einen dagegen zu Tränen.
Dawsons gewalttätiger Vater, überzeugend dargestellt von Sean Bridgers, ist das genaue Gegenteil von Tuck und man hasst ihn von Anfang an zutiefst. Er ist ein unbelehrbarer Verbrecher ohne jedes Gewissen und hätte das Leben seines Sohnes ohne Tucks Eingreifen schon in dessen Jugend ruiniert. Es wäre für alle besser gewesen, wenn man ihn für seine Taten lebenslänglich ins Gefängnis gesperrt hätte.

Amanda kommt aus gutem Haus und ihre Eltern, insbesondere ihr Vater, sind gegen ihre Beziehung zu Dawson. Dennoch steht sie zu ihm und hilft ihm zu erkennen, dass er durchaus eine Chance hat aufs College zu gehen, falls er das möchte. Seine Herkunft kümmert sie nicht, für sie zählt allein, dass er intelligent und liebevoll ist. Doch dann werden die Beiden mit schweren Schicksalsschlägen konfrontiert, die ihr Leben für immer verändern, und man leidet mit den Figuren mit.

Keiner von ihnen hat dieses schreckliche Schicksal verdient und Dawson gibt sich Jahre später immer noch die Schuld an dem, was passiert ist, obwohl eigentlich ein anderer für all das Leid verantwortlich ist. Das versucht ihm selbst eine Person klarzumachen, von der man es nicht erwartet hätte. Dawson ist trotz seines Vaters und seiner Vorstrafe ohne Zweifel ein guter Mann, auch wenn ihm selbst das vielleicht nicht so bewusst ist, denn nicht unsere Herkunft entscheidet über unseren Charakter oder unseren Wert, sondern ausschließlich unsere Taten.

Dawson weiß inzwischen jedoch, dass er einen großen Fehler gemacht hat als er Amanda damals von sich gestoßen hat, aber er tat es aus Liebe zu ihr. Diese empfindet er bis heute für sie und auch ihr Herz gehört nach all den Jahren immer noch ihm. Im Gegensatz zu ihm ist sie allerdings nicht ungebunden, sondern verheiratet. Sie muss sich also entscheiden, mit wem sie ihre weitere Zukunft verbringen will und wie ihr Leben von nun an aussehen soll. Das Schicksal hat ihnen eine zweite Chance gewährt, doch es liegt an ihr sie zu ergreifen.

Für die sympathischen Hauptfiguren, die jungen genauso wie die älteren Versionen, hat man wunderbare Darsteller ausgesucht und auf Grund der großen Zeitspanne von über zwanzig Jahren zwischen ihrem Widersehen sowie den Veränderungen, die beide Charaktere während dieser langen Zeit durchlaufen haben, erscheint es einem fast so als würden einem zwei verschiedene Liebesgeschichten in einer präsentiert.

Luke Bracey und Liana Liberato sind eine hervorragende Wahl für Dawson und Amanda in ihren jungen Jahren. Auch wenn man letztere schon in einigen anderen Rollen sehen konnte, sind ihre beiden Gesichter noch wunderbar unverbraucht. Ihre Spielweisen sind erfrischend natürlich und ihre Mimik durchgängig glaubwürdig, sodass man nie daran zweifelt wie sehr Amanda und Dawson einander lieben, selbst wenn sie in ihrer Beziehung Fehler machen.
Michelle Monaghan und James Marsden können als die erwachsenen Versionen der Protagonisten ebenfalls überzeugen, letzterer als würdiger Nachfolger des leider verstorbenen Paul Walker. Beide spielen genauso authentisch wie die Jungstars und mit ebenso viel Gefühl.

The Best of Me – Mein Weg zu dir ist zudem ein typischer Nicholas Sparks-Film. Obwohl seine Weiterentwicklung in Form von Nerven aufreibender Spannung und unerwarteten Wendungen erkennbar bleibt, fällt der Autor in Bezug auf das Ende der Geschichte nach einigen wenigen Werken mit Happy End in sein früheres, tragisches Muster zurück. Der Schmerz ist beinahe unerträglich und spätestens am Schluss fließen die Tränen hemmungslos. Lediglich der Gedanke, dass das dramatische Ende einen einzigen, positiven Effekt hat, vermag den Kummer ein winzig kleines bisschen zu lindern.

Trotz der Traurigkeit und des bitteren Beigeschmacks endet der Film mit einer wichtigen Botschaft, die man sich ruhig zu Herzen nehmen kann: Es ist nie zu spät um seine Träume zu verwirklichen.

Fazit

The Best of Me – Mein Weg zu dir ist eine wundervolle, bittersüße Liebesgeschichte mit vielen romantischen und humorvollen Szenen, die jedoch mindestens ebenso oft für etliche Tränen sorgt. Für Fans von Nicholas Sparks ist der Film natürlich ein Muss, aber auch allen anderen Romantikern ist er sehr zu empfehlen.




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