[Rezension] Perfect

03. März 2017 | 15:55 | Gelesen

Titel: Perfect
Autorin: Cecelia Ahern
Originaltitel: Perfect
Erstveröffentlichung: 2016
Übersetzerin: Christine Strüh


Wissenswertes

Perfect ist die Fortsetzung des ersten Jugendbuchs der erfolgreichen irischen Bestseller-Autorin Cecelia Ahern, die im Alter von gerade einmal 21 Jahren ihren ersten Roman schrieb, durch den sie auf Anhieb weltweite Bekanntheit erlangte: P.S. Ich liebe dich. Nur wenige Jahre später wurde das Buch mit Hilary Swank und Gerard Butler verfilmt und sie selbst hat inzwischen neben zahlreichen Romanen auch Theaterstücke und Drehbücher geschrieben. Sie wurde in Irland geboren, studierte Journalistik sowie Medienkommunikation in Dublin und wohnt heute mit ihrem Mann und ihren Kindern im Norden der Stadt.

Perfect ist zudem der zweite Band einer Dilogie, deren Auftakt den Titel Flawed trägt.

Inhalt

Inzwischen ist Celestine, die angeblich fehlerhafteste Person im ganzen Land, auf der Flucht – vor dem System und vor Richter Crevan, dem Oberhaupt der Gilde. Doch sie kann sich nicht für immer vor ihm und seinen überall lauernden Whistleblowern verstecken und das will sie auch nicht. Sie will ihr altes Leben zurück und ist entschlossen dafür zu kämpfen. Außerdem setzen viele Leute all ihre Hoffnungen auf sie, weil man den Fehlerhaften dank ihr endlich Aufmerksamkeit schenkt. Es gibt sogar einen Beweis, der ihr ihre Freiheit zurückgeben könnte, sie muss ihn nur finden. Und sie muss entscheiden, wie sie ihn einsetzt: Will sie vor allem sich selbst retten oder wird sie ihre Zukunft riskieren um das Leben aller Fehlerhaften zu verbessern?

Kritik

Perfect ist der grandiose Abschluss einer fantastischen, dystopischen Dilogie, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Cecelia Ahern darf also gern noch mehr Jugendbüchern schreiben, die so fesselnd sind.

Celestine ist nach wie vor eine unglaublich mutige und starke Protagonistin, mit der man sich gut identifizieren kann. Natürlich fühlt sie selbst sich manchmal nicht so, weil sie verständlicherweise Momente der Schwäche hat, in denen sie gern aufgeben würde. Das Entscheidende ist aber, dass sie es nicht tut. Sie hält tapfer durch und kämpft stattdessen für ihre Überzeugungen. Sie besitzt die Fähigkeit andere Menschen mit ihren Worten zu erreichen. Sie bringt andere dazu das System und die Gilde zu hinterfragen und macht auf Missstände aufmerksam. Sie öffnet ihnen die Augen, sodass sie begreifen, dass auch Fehlerhafte Menschen sind, die einfach nur einen Fehler begangen haben, der nicht einmal zwingend gravierend sein muss und ihnen vielleicht ebenso hätte passieren können.

Unterstützt wird sie dabei tatkräftig von ihrer Familie, wofür man diese nur bewundern kann. Obwohl sie genau wissen, was ihr Verhalten für Konsequenzen nach sich ziehen kann, zeigen sie keine Angst und stehen voll und ganz zu Celestine. Sie alle gehen große Risiken ein um ihr zu helfen, einschließlich ihrer Schwester Juniper. Die Beziehung der zwei Mädchen bessert sich demnach wieder und Celestine verzeiht ihrer großen Schwester schließlich, dass diese ihr im Bus nicht beigestanden hatte.

Ferner gibt es endlich ein Wiedersehen mit Carrick, der einem immer sympathischer wird. Er gibt Celestine neue Hoffnung, stärkt ihr den Rücken und arbeitet gemeinsam mit ihr daran Crevan sowie die Gilde zu stürzen. Auch er begeht Fehler, doch er hat ein gutes Herz und liebt Celestine aufrichtig.

Das gleiche gilt für Celestine, in beiderlei Hinsicht. Sie macht ebenfalls Fehler in der Beziehung zu Carrick als sie selbst Geheimnisse vor ihm hat, von ihm allerdings absolute Ehrlichkeit erwartet. Nichtsdestotrotz hat sie tiefe Gefühle für ihn. Carrick und Celestine sind daher ein tolles Team und ein wunderbares Paar, das sich perfekt ergänzt. Schön ist zudem, dass Cecelia Ahern es nicht verschweigt als die beiden miteinander schlafen. Intimitäten gehören in dem Alter nun einmal dazu, wobei diese Szenen natürlich nicht im Detail beschrieben werden.

Celestine hat darüber hinaus zwar immer noch Gefühle für Art, diese sind mittlerweile aber eher freundschaftlicher Natur. Während Carrick an ihrer Seite immer wieder sein Leben riskiert, hat Art sie damals einfach im Stich gelassen. Deshalb steht man ihm als Leser eher zwiespältig gegenüber. Erst verliert er durch eine gewisse Entscheidung stark an Sympathie, erlangt sie jedoch zumindest teilweise später zurück als er seinen Kurs ändert und letztlich den richtigen Weg einschlägt. Dennoch ist man überzeugt, dass nicht Art, sondern Carrick, der Richtige für Celestine ist, so sehr er sein Verhalten in der Vergangenheit auch bereuen und sich dafür entschuldigen mag.

Im Verlauf der Geschichte lernt Celestine des Weiteren einige neue Leute kennen, von denen die meisten sie letzlich unterstützen und ihr folgen als sie sehen, welche Macht Celestine hat. Manchmal bekommt sie sogar von gänzlich unerwarteter Seite Hilfe. Nachdem man im ersten Band zusammen mit Celestine den Glauben an die Menschheit verloren hatte, findet man ihn im zweiten Teil also gemeinsam mit ihr wieder, weil ihr am Ende so viele Menschen zur Seite stehen, Fehlerhafte sowie Nicht-Fehlerhafte.

Trotzdem ist es schwierig für sie zu entscheiden, wem sie tatsächlich vertrauen kann, da manche nur vorgeben ihr helfen zu wollen, aber eigentlich nur beabsichtigen sie für ihre eigenen Zwecke auszunutzen, zum Beispiel den beruflichen Aufstieg. Mehr als einmal setzt Celestine leider auf die falschen und wird verraten. Doch sie lernt daraus und ist zukünftig darauf vorbereitet, sodass sie durch einen Plan B noch ein Ass im Ärmel hat.

Die wichtigste Aufgabe um Crevan zu Fall zu bringen ist es das Video aus der Markierungskammer zu finden und das allein ist schon keine leichte Aufgabe. Noch wichtiger ist allerdings die Frage, wie man es dann am besten einsetzt. Mehr als einmal hat Celestine die Möglichkeit dieses Mittel für sich allein zu nutzen um ihr altes Leben zurückzubekommen. Der Umstand, dass sie die Fehlerhaften dennoch nicht im Stich lässt, sondern auch deren Lebensumstände verbessern will, ist nur ein weiterer Beweis für ihre Charakterstärke.

Die Handlung fängt im zweiten Band gleich wieder sehr spannend an und bleibt die ganze Zeit über so mitreißend. Unterbrechungen sind daher kaum möglich und wenn sie doch zwingend notwendig werden, muss man vorher die nächsten paar Seiten überfliegen um überhaupt zur Ruhe kommen zu können; bis einem keine Frage mehr so dringend unter den Nägeln brennt, dass man nicht aufhören kann zu lesen, oder der Cliffhanger am Ende des Kapitels erst einmal aufgelöst ist.

Am Schluss gelingt es Cecelia Ahern dann sogar noch einmal die Spannung zu steigern und die Nerven sind daraufhin zum Zerreißen gespannt. Für diese Strapazen wird man anschließend aber mit einem perfekten Ende belohnt, genau wie man es sich erhofft hatte. Besonders gefällt dabei der kurze Ausblick auf die Zukunft von Celestine und Carrick sowie ihren Familien, wodurch man eine Vorstellung davon bekommt, wie ihr Leben nach allem, was sie durchgemacht haben, nun weitergeht.

Fazit

Perfect ist eine überaus gelungene Fortsetzung und der perfekte Abschluss einer großartigen Dilogie, die zweifellos zu den besten Dystopien gehört, die das Genre zu bieten hat. Wer sich Flawed und Perfect entgehen lässt, verpasst zwei fantastische Bücher, die einem vor Augen führen, wie wichtig gerade die Fehler für den eigenen Lebensweg sein können.





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