[Rezension] Darm mit Charme

19. Mai 2017 | 13:14 | Gelesen

Titel: Darm mit Charme
Autorin: Giulia Enders
Originaltitel: Darm mit Charme
Erstveröffentlichung: 2014
Übersetzer: Originalsprache


Wissenswertes

Darm mit Charme ist das erste Sachbuch der jungen deutschen Wissenschaftlerin Giulia Enders, die inzwischen ihr erstes Staatsexamens in Medizin bestanden hat und seitdem am Institut für Mikrobiologie in Frankfurt am Main für ihre Doktorarbeit auf dem Gebiet der Gastroenterologie forscht. Mit ihrem Vortrag Darm mit Charme, der später zum Youtube-Hit wurde, gewann sie 2012 den ersten Preis des Science Slam in Freiburg, Berlin und Karlsruhe. Das Buch schaffte es mehrfach auf Platz 1 der Spiegel Bestsellerliste und wurde mittlerweile auch in mehrere andere Sprachen übersetzt.

Seit April dieses Jahres gibt es zudem eine aktualisierte Neuauflage des Buches mit einem zusätzlichen Kapitel, in dem Giulia Enders und ihre Schwester ein Update zu den neuesten Forschungsergebnissen sowie der Welt der Mikroben liefern.

Inhalt

Bei unserem Darm handelt es sich offenbar um ein sehr unterschätztes Organ, denn anders als wohl die meisten denken, ist er nicht bloß als Energielieferant für die Verdauung des Menschen verantwortlich, sondern hat eine weitaus größere Wirkung auf unseren Körper als wir ahnen und kann sogar unser allgemeines Wohlbefinden nachhaltig beeinflussen.

Wie wichtig der Darm für unseren Körper ist, was Forscher inzwischen alles über dieses vielseitige Organ herausgefunden haben und wie wir mit diesem Wissen unseren Alltag verbessern können, erklärt die junge Wissenschaftlerin Giulia Enders in diesem humorvollen Sachbuch.

Kritik

Darm mit Charme ist informativ, lehrreich, interessant – und dabei noch überraschend humorvoll. Es ist ein Sachbuch, das wirklich fesselnd geschrieben und weder langweilig noch trocken ist, sodass es sich auch perfekt für Leser eignet, die sonst nie ein Sachbuch in die Hand nehmen würden oder sich bisher einfach nie dazu aufraffen konnten einen Versuch zu wagen.

In ihrem ersten Sachbuch erklärt Giulia Enders einem alles, was man schon immer über den Darm wissen wollte und noch viel mehr darüber hinaus. Da weitaus mehr Funktionen und Organe mit dem Darm und der Verdauung zusammenhängen als bisher vielleicht angenommen, erhält man so zahlreiche aufschlussreiche Informationen über nahezu den gesamten menschlichen Körper. Außerdem schafft sie es scheinbar mühelos eigentlich kompliziertes, medizinisches Fachwissen so zu vermitteln, dass es auch der Laie problemlos versteht und Spaß am Lesen hat. Damit stellt sie ein wunderbares Talent unter Beweis, das gewiss nicht alle Leute besitzen, die auf wissenschaftlichen Gebieten tätig sind. Auf beinahe jeder Seite merkt man ihr zudem die persönliche Leidenschaft für die gesamte Materie, insbesondere aber für Bakterien, an, wodurch sie sie zu einem faszinierenden und spannenden Thema für den Leser macht.

Das Buch regt zweifellos zum Nachdenken an und selbst, wenn es vielleicht nicht gleich dazu führt, dass man sich ebenfalls in die Forschung stürzt, sorgt es zumindest dafür, dass man sich mehr mit seinem Darm und den ihm innewohnenden Bakterien beschäftigt. Des Weiteren erleichtert es vielleicht die Kommunikation mit Ärzten, wenn man ihren Erklärungen dank dieses Buches besser folgen oder ihre Aussagen auch mal hinterfragen kann.

Darm mit Charme bildet also weiter und ist daneben erstaunlich unterhaltsam, nicht zuletzt wegen der witzigen Illustrationen von Jill Enders, der Schwester der Autorin, die einige Ausführungen durch die bildliche Darstellung noch stärker verdeutlichen. Es weckt den Wunsch nach weiteren Büchern dieser Art, damit man besser versteht, was im eigenen Körper geschieht, wozu es gut ist und worauf man achten sollte, um wichtigen Organen ihre Arbeit zu erleichtern statt sie ihnen schwerer zu machen.

Fazit

Darm mit Charme ist noch viel besser als erwartet und hält sich daher zu Recht schon so lange auf der Bestsellerliste. In diesem Buch wird Wissenschaft einmal einfach erklärt – und das ganz ohne unnötiges Fachchinesisch. Das macht das Buch selbst für solche Leser empfehlenswert, die zuvor noch nie aus eigenem Antrieb ein Sachbuch gelesen haben.





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