[Rezension] Das Weihnachtsmarktwunder

24. November 2017 | 18:00 | Gelesen

Titel: Das Weihnachtsmarktwunder
Autor: Ralf Günther
Originaltitel: Das Weihnachtsmarktwunder
Erstveröffentlichung: 2015
Übersetzer: Originalsprache


Wissenswertes

Das Weihnachtsmarktwunder ist ein Weihnachtsbuch des deutschen Autors Ralf Günther, der neben historischen Romanen auch Drehbücher für das Fernsehen schreibt, passend zu seinem Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft. Eine Zeit lang lebte er in Dresden, heute wohnt er aber mit seiner Familie in Hamburg.

Inhalt

Martin und seine Familie leben Anfang des 19. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf im Erzgebirge und stellen das ganze Jahr über gemeinschaftlich Spielzeug her, das an Weihnachten auf dem Dresdner Striezelmarkt verkauft werden soll. Doch als der Händler wegen eines Streits im Vorjahr auf einmal nicht kommt und sein Vater erkrankt, liegt es plötzlich in Martins Händen seine Familie vor dem Hungertod zu bewahren. Der 15-Jährige muss sich also allein mit dem voll beladenen Schlitten auf den beschwerlichen Weg durch die Berge in die Großstadt begeben und versuchen dort einen Händler zu finden, der ihm die Arbeit eines ganzen Jahres abkauft ohne ihn dabei übers Ohr zu hauen …

Kritik

Das Weihnachtsmarktwunder passt hervorragend zur Jahreszeit und ist damit eine perfekte Lektüre für die winterliche (Vor-)Weihnachtszeit. Das liegt nicht zuletzt auch an den wunderbaren Schauplätzen: Dresden und das Erzgebirge. Wer schon einmal in der Altstadt der sächsischen Hauptstadt war, wird die Orte, an denen sich die Figuren bewegen, sofort wiedererkennen: die Frauenkirche, der Zwinger und natürlich der berühmte Striezelmarkt.

Die Handlung spielt vor knapp zweihundert Jahren und es war damals eine schwere Zeit für die ärmeren Dorfbewohner im Gebirge. Viele Familien lebten, genau wie Martins, von der Spielzeugherstellung und waren daher darauf angewiesen, dass Händler es ihnen abkauften, um es später auf dem Weihnachtsmarkt feilzubieten.

Martin ist ein mutiger Junge und seine Reise nach Dresden wird schnell zu einem echten Abenteuer voller Hindernisse. Zum Glück begegnet er neben manchen Halunken jedoch auch einigen Menschen, die so freundlich sind ihm ganz uneigennützig zu helfen, zum Beispiel beim Transport des schwer beladenen Schlittens. Ein paar Leute erkennen letztendlich die Qualität von Martins Ware, wissen sie zu schätzen und unterstützen ihn deshalb. Etwas Hilfe und Nächstenliebe kann ohnehin nie verkehrt sein, insbesondere in der Weihnachtszeit, wenn es draußen besonders kalt ist.

In Dresden begegnet er außerdem der etwa gleichaltrigen Marie, die sich seiner schließlich annimmt und ihm Obdach verschafft. Man gewinnt sie sofort lieb, weil sie ihren neuen Freund so tatkräftig unterstützt und ihn mehrfach vor Gaunern bewahrt. Dank ihr findet Martin letztlich doch einen Weg das Spielzeug zu verkaufen, sodass er erhobenen Hauptes und nicht mit leeren Händen zu seiner Familie zurückkehren kann. Trotz einiger Schwierigkeiten geben die beiden nämlich nicht auf und am Ende macht sich ihre Entschlossenheit bezahlt. Außerdem kommen sich die zwei in dieser kurzen Zeit näher und obwohl es nicht näher ausgeführt wird, ist man sich sicher, dass sich die beiden irgendwann wiedersehen werden.

Obschon seine Familie auf den Verkauf des Spielzeugs angewiesen ist, sind sie die ganze Zeit über sehr besorgt um ihren Sohn, vor allem als dieser viel länger fort ist als erwartet. Umso glücklicher sind sie somit am Tag seiner lang ersehnten Rückkehr.

Martin hat auf seiner Reise viel gelernt, ein paar Kontakte geknüpft und ist erwachsener geworden. Zugleich hat er herausgefunden, wie sein Leben in naher Zukunft aussehen soll, insbesondere was die berufliche Perspektive betrifft. Die Stadt fasziniert ihn und er ist entschlossen dort eine Lehre zu beginnen. Dennoch liebt er seine Heimat und ihre Wälder, weshalb er stets ins Gebirge zurückkehren wird.

Untermalt wird die weihnachtliche Geschichte von einigen wenigen, aber dafür sehr schönen, winterlichen Illustrationen von Andrea Offermann, die den Wunsch verstärken (noch) einmal selbst nach Dresden zu reisen, den man beim Lesen des Buches entwickelt.

Darüber hinaus ist es durchaus interessant zu erfahren, wie das Leben vor rund zweihundert Jahren zum Teil noch aussah, was einem wieder vor Augen führt, wie sehr es sich bis zum heutigen Tag verändert hat. Im Nachwort versorgt Ralf Günther den Leser dann noch kurz mit ein paar zusätzlichen Informationen über das Handwerk und die Spielzeugherstellung zur damaligen Zeit im Erzgebirge sowie deren Entwicklung.

Fazit

Das Weihnachtsmarktwunder ist ein wunderbares Weihnachtsbuch, das perfekt zur Jahreszeit passt und daher auf jeden Fall im Winter gelesen werden sollte, am besten mit einem heißen Tee unter einer warmen Decke, während es draußen stürmt und schneit.





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