[Rezension] Feel Again

28. Dezember 2017 | 23:55 | Gelesen

Titel: Feel Again
Autorin: Mona Kasten
Originaltitel: Feel Again
Erstveröffentlichung: 2017
Übersetzer: Originalsprache


Wissenswertes

Feel Again ist der dritte New Adult Roman der deutschen Autorin und Youtuberin Mona Kasten, die mit ihrem Mann, unzähligen Büchern sowie ihren Katzen in Norddeutschland lebt und Koffein in jeder Form liebt.

Feel Again ist zudem der dritte und damit letzte Band einer Trilogie. Die beiden Vorgänger tragen die Titel Begin Again und Trust Again.

Inhalt

Sawyer ist es seit jeher egal, was andere über sie denken, aber diese Einstellung teilt nicht jeder. Als sie mitbekommt, wie manche Studentinnen den eher schüchternen Isaac mit dem eigenwilligen Kleidungsstil behandeln, will sie ihm daher helfen und ihn umstylen. Sie schlägt ihm einen Deal vor: Sie verschafft ihm ein Date mit dem Mädchen seiner Wahl und im Gegenzug darf sie seine Verwandlung zum Frauenschwarm für ihr Abschlussprojekt mit der Kamera festhalten.

Je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto näher kommen sie sich und was einst als Projekt begann, entwickelt sich langsam zu einer Beziehung, die sogar über Freundschaft hinaus geht. Doch genau diese Gefühle sind es, vor der die sonst so unerschrockenen Sawyer, die kaum jemanden an sich heran lässt, sich unheimlich fürchtet …

Kritik

Feel Again ist der vermutlich beste Band der gesamten Reihe und somit ein fantastischer, rundum gelungener Abschluss der ersten New Adult Trilogie von Mona Kasten. Auch wenn einen Trust Again vielleicht nicht begeistern konnte, sollte man sich den dritten Teil also keinesfalls entgehen lassen.

Die Protagonistin Sawyer war einem nach dem eher schlechten Start in Begin Again, in der Fortsetzung bereits deutlich sympathischer geworden und in Feel Again kann sie, zur Überraschung des Lesers, sogar noch mehr Sympathiepunkte sammeln. Anders als befürchtet, kann man sich nun, da man dank der Erzählung aus ihrer Perspektive endlich einen Blick hinter ihre sorgsam aufgebaute Fassade werfen kann, sehr gut in sie hineinversetzen und sich viel besser mit ihr identifizieren. Eigentlich hat sie einen sehr weichen Kern und viele ihrer Verhaltensweisen dienen in Wirklichkeit lediglich dem Selbstschutz. Sie hat in der Vergangenheit viel durchgemacht, wodurch es ihr nun ausgesprochen schwer fällt andere Menschen nahe an sich heranzulassen, sich ihnen gegenüber zu öffnen und ihnen zu vertrauen.

Viele Menschen be- bzw. verurteilen sie nur auf Grund ihres äußeren Erscheinungsbildes und bilden sich eine Meinung über sie, ohne sie überhaupt zu kennen, weshalb dieses oberflächliche Bild von ihr natürlich nicht der Wahrheit entspricht. Nur wenige Leute, darunter Dawn und Isaac, machen sich die Mühe Sawyer tatsächlich kennenzulernen, bevor sie sich ein Urteil über sie erlauben. Aus diesem Grund schert es sie auch nicht, was andere über sie denken oder sagen.

Neben Dawn, die es nicht immer leicht mit Sawyer hat, sich jedoch glücklicherweise nicht so leicht vergraulen lässt, steht ihr nur eine Person wirklich nahe: Ihre Schwester Riley. Sie haben sich all die Jahre beigestanden und verstehen einander besser als jeder andere. Umso größer ist daher Sawyers Angst ihre Schwester zu verlieren und nicht länger Teil ihres Lebens zu sein, als diese sich auf einmal verlobt und sich voller Vorfreude den Hochzeitsvorbereitungen widmet, obwohl sie festen Bindungen früher genauso ablehnend gegenüber stand wie Sawyer.

Die einzige andere Meinung, die noch für sie zählt, ist die ihrer Dozentin Robyn. Sawyers große Leidenschaft ist nämlich die Photographie, sodass man sie selten ohne ihre Kamera antrifft. Ihr diesbezügliches Abschlussprojekt führt sie schließlich zu Isaac, der ebenfalls nicht das ist, was andere über ihn sagen, weshalb Sawyer ihm einen ungewöhnlichen Deal vorschlägt, auf den er sich letztlich einlässt: Sie bringt ihm bei, wie er bei Frauen besser ankommt, und dafür darf sie für ihren Kurs Photos von seiner Verwandlung machen.

Isaac ist ein großartiger, unheimlich liebenswerter Charakter, den man einfach gern haben muss. Er hatte ebenfalls keine leichte Kindheit und hat mit einigen familiären Problemen zu kämpfen, trotzdem kümmert er sich sehr liebevoll um seine kleinen Geschwister und hilft, wo er nur kann. Er ist nerdig, aber dennoch sexy und das sogar schon vor Sawyers Umstyling, das ihn nur noch attraktiver macht. Mit Sawyers Hilfe soll er vor allem lernen selbstbewusster aufzutreten und ein lockeres Gespräch mit einer Frau führen zu können, ohne gleich rot zu werden oder ins Stottern zu geraten.

Mit der Zeit kommen die beiden einander immer näher und entwickeln sich durch den jeweils anderen spürbar weiter, was sehr natürlich und authentisch wirkt. Sawyer wird etwas offener und fröhlicher, Isaac lockerer und entspannter. Sie ergänzen sich, geben einander Halt und unterstützen sich gegenseitig. Isaac versteht Sawyer ausgesprochen gut, bemerkt Dinge, die anderen entgehen und weiß, wann sie eine Umarmung gebrauchen könnte. Das Selbstbewusstsein, das Isaac dank ihr gewinnt, steht ihm gut und er weckt in Sawyer den Wunsch sich ebenfalls zu verändern, die Vergangenheit endlich hinter sich zu lassen und sich jemandem anzuvertrauen.

Aus der anfänglichen Freundschaft entsteht langsam mehr und die beiden entwickeln tiefe Gefühle füreinander, wogegen sich Sawyer jedoch heftig sträubt, weil sie so etwas noch nie für jemanden empfunden hat. Sie hat Angst nicht gut genug oder jedenfalls nicht die Richtige für Isaac zu sein und fürchtet sich davor verletzt oder verlassen zu werden. Sawyer ist kompliziert und braucht lange, um zu begreifen, was sie wirklich für Isaac fühlt und dass sie es genauso verdient glücklich zu werden wie ihre Schwester. Zudem freut man sich sehr für sie, als sie erkennt, dass es mehr als eine Person in ihrem Leben gibt, die sich um sie sorgt und für sie da ist, wenn sie sie braucht.

Zwischenzeitlich knistert es zwischen Sawyer und Isaac gewaltig, die prickelnde Stimmung ist kaum auszuhalten und man kann den Moment, in dem sie ihrem Verlangen nacheinander endlich nachgeben, kaum noch erwarten. Folglich gibt es in paar sehr heiße, aber ebenso gefühlvolle Sexszenen, aus denen deutlich hervorgeht, dass die beiden weit mehr füreinander empfinden als nur körperliche Anziehung.

Die Handlung ist die ganze Zeit über mitreißend, es gibt viele humorvolle Szenen, die einen zum Schmunzeln oder gar zum Lachen bringen, und irgendwann möchte man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Schön ist außerdem, dass die Protagonisten aus den Vorgängern hier und da wieder einen Auftritt haben und mitunter aktiv am Geschehen beteiligt sind. Das letzte Drittel kommt zwar nicht ohne eine gewisse Portion Drama aus, die Dosierung ist allerdings genau richtig, sodass es nicht zu übertrieben wirkt. Was wäre eine anständige Liebesgeschichte auch ohne Hindernisse, die es zu überwinden gilt?

Entscheidend ist vielmehr, dass Sawyer und Isaac füreinander da sind, als es darauf ankommt, was zu einem wundervollen, zufriedenstellenden Ende führt, das keine Wünsche offen lässt. Der Epilog rührt einen am Schluss sogar noch einmal zu Tränen.

Fazit

Feel Again ist ein überaus gelungener New Adult Roman und der krönende Abschluss der Trilogie von Mona Kasten. Wer Sawyer im ersten Band noch nicht mochte, sollte sich davon also nicht entmutigen lassen, denn im letzten Band wird, nicht zuletzt auch dank des sexy Nerds Isaac, aus der einstigen Kratzbürste eine richtig liebenswerte Figur, deren Fehler und Schwächen sie einfach menschlich machen.





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