Apr  27

[Interview] Kendare Blake

27. April 2017 | 00:45 | Nachgefragt

Im Rahmen der aktuellen Bloggeraktion zu Der schwarze Thron, das am 09. Mai 2017 bei Penhaligon erscheint, habe ich die Autorin Kendare Blake um ein Interview gebeten und sie hat nicht nur zugesagt, sondern die vielen Fragen auch erstaunlich schnell beantwortet. Dadurch kann ich euch nun schon heute die interessanten Informationen zu ihrer neuen Reihe, der grausamen Welt, in der sie spielt, und zu ihrer Arbeit als Autorin im Allgemeinen präsentieren.

An dieser Stelle auch noch einmal ein großes Dankeschön an Mrs Blake, die sich für das Beantworten der Fragen Zeit genommen hat!

Wann und wie sind Sie auf die Idee zu „Der schwarze Thron“ mit seiner grausamen Welt, in der königliche Drillinge dazu bestimmt sind einander zu töten, gekommen?
Durch einen Bienenschwarm. Bei einer Veranstaltung war draußen in einem Baum ein Bienenball, also ein Ball bestehend aus Bienen, und jeder hatte große Angst davor. Doch es war zufällig eine Imkerin anwesend, die uns versicherte, die Bienen würden nur ihre Königin in der Mitte des Balls beschützen und so lange wir sie in Ruhe ließen, würden sie das gleiche mit uns tun. Ich löcherte diese Imkerin dann mit Fragen über Bienen und sie erzählte mir, dass eine Bienenkönigin mehrere Königinnen-Eier legt bevor sie ihren alten Bienenstock verlässt. Wenn diese dann schlüpfen töten sie einander um zu sehen, wer das Erbe antritt. Ich dachte einfach nur, dass das brutal und wundervoll zugleich ist – und wollte das mit Menschen machen.

Welchen Teil des Buches haben Sie zuerst geschrieben?
Tatsächlich habe ich zuerst etwas geschrieben, das später eine Art Vorgeschichte wurde. Dann hat meine Agentin jedoch gesagt, dass das nicht die Stelle sei, an der das Buch beginnt, also habe ich einen neuen Anfang geschrieben. Sie sagte, es wäre immer noch nicht richtig, daher schrieb ich ihn noch einmal. Und vielleicht noch einmal. Ich habe also mit dem Anfang begonnen, in dem Versuch den richtigen Weg zu finden, um die Geschichte zu erzählen. Und ich habe ihn mehrere Male geschrieben.

Sie haben drei sehr verschiedene Schwestern mit ungleichen Gaben erschaffen. Welche der Schwestern kam Ihnen als erstes in den Sinn? Welche mögen Sie am liebsten? Arsinoe, Katharine oder Mirabella? Warum?
Die Idee zur Geschichte hatte ich im Frühling 2013, deshalb kann ich mich nicht mehr genau daran erinnern, wen ich im zuerst im Kopf hatte. Und ich kann unter den Schwestern keine Favoritin wählen, denn ich liebe alle drei.

Was hat Sie dazu inspiriert die wunderbaren Familiaris zu entwerfen und sie in diese düstere Geschichte einzubauen?
Ich habe Tiere schon immer geliebt und die Familiaris fühlten sich wie ein natürlicher Bestandteil der Fähigkeit der Naturbegabten an. Generell macht es viel Spaß Tiere mit starken Persönlichkeiten zu entwickeln. Die Geschichte selbst ist ziemlich düster; wenn es mir gelingt ihr etwas Leichtigkeit zu verleihen, geschieht das, wie ich finde, oft durch die tierischen Charaktere.

Hatten Sie einen realen Ort vor Augen während sie Fennbirn gestaltet haben?
Nicht wirklich. Fennbirn ist teilweise angelehnt an die mythische Insel Avalon. Umgeben von Nebel, manchmal zu finden, manchmal nicht, etc. Als ich Wolfsquell, die Stadt der Naturbegabten, entwarf, dachte ich an ein ländliches Fischerdorf in Irland oder Großbritannien. Rolanth, die Stadt der Elementwandler, wurde von italienischen Städten beeinflusst, die Hauptstadt Indridskamm von französischen und ein kleines bisschen von russischen. Sie sind aber alle nur sehr lose daran angelehnt. Die Insel und ihre Städte sind etwas ganz Eigenes.

Welche Szene war für Sie im ersten Buch am schwierigsten zu schreiben? Oder am einfachsten?
Die Szenen mit Mirabella waren manchmal schwierig … sie trägt den stärksten emotionalen Konflikt mit sich aus. Die Festessen der Giftmischer zu schreiben hat hingegen immer Spaß gemacht. Und ich habe es sehr genossen an Luke und seinem Hahn zu arbeiten, Hank.

Was können die Leser von der Fortsetzung bzw. den Fortsetzungen erwarten? Wie viele Bände wird es überhaupt geben? Bei Goodreads steht die Reihe wäre eine Dilogie, einige andere Quellen sprechen von einer Tetralogie.
Die Reihe wird insgesamt vier Bände umfassen, zuzüglich ausgewählter Extras. Ursprünglich sollte es tatsächlich eine Dilogie werden, doch der Erfolg des ersten Bandes hat es mir ermöglicht mehr von der Geschichte zu erzählen, wovon ich wirklich begeistert bin!

Eine Verfilmung des ersten Teils ist bereits in Planung. Sind Sie irgendwie in das Projekt involviert? Sind sie gespannt – oder besorgt, dass sie die Geschichte vielleicht ruinieren könnte?
Ich werde nur soweit an dem Projekt beteiligt sein, wie die Produzenten es wollen. Vertraglich muss ich überhaupt nicht mit einbezogen werden. Aber das beunruhigt mich nicht im Geringsten. Die Leute von 21 Laps sind die verantwortlichen Produzenten, also die gleichen Leute, die auch Arrival oder Stranger Things produziert haben. Zwei meiner Favoriten des vergangenen Jahres, daher könnte ich mich kaum mehr über ihre Mitwirkung freuen.

Und was das „ruinieren der Geschichte“ angeht, war ich nie beunruhigt. Was in einem Buch gut funktioniert, wirkt in einem Film vielleicht gerade nicht, und umgekehrt. Aber das Buch wird immer das Buch sein. Daran wird sich nichts ändern. Alles, was die Produzenten tun müssen, ist also zu versuchen den besten Film zu machen, den sie machen können, nach ihrer eigenen kreativen Vision. Und ich bin schon überaus gespannt darauf zu sehen, was sie sich alles einfallen lassen.

Seit Ihr erstes Buch veröffentlicht wurde ist viel Zeit vergangen. Hat sich Ihr Schreibprozess seitdem verändern? Falls ja, inwiefern?
Mein Schreibprozess ändert sich scheinbar mit jedem Projekt. Genauso wie sich jede neue Serie von der vorherigen unterscheidet. Ich kann nicht genau beschreiben, wie er sich verändert hat. Ich träume Szenen noch immer mit offenen Augen, ich sitze nach wie vor an meinem Schreibtisch und tippe. Aber ich mache bestimmte Sachen stilistisch anders und ich schreibe nun Vollzeit, das ist eine drastische Veränderung.

War es schon immer Ihr Traum Ihren Lebensunterhalt mit dem Schreiben zu verdienen?
Ja, zumindest die meiste Zeit über. Ich dachte natürlich nie, dass ich es könnte. Es schien eher ein Traum zu sein. Ich ging für etwas völlig anderes zur Schule. Und es gab währenddessen auch andere Träume … mit acht Jahren wollte ich zum Beispiel Rennpferde trainieren.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf? Gibt es etwas, das Sie nicht mögen?
Ich mag so gut wie alles daran eine Autorin zu sein. Es ist alles, was ich jemals wirklich tun wollte. Das mit den Rennpferden war nur flüchtig. Also kann ich auch nicht behaupten, dass es irgendetwas gibt, das ich nicht mag.

Entspringen Ihre Charaktere vollständig Ihrer Phantasie oder denken Sie dabei an reale Personen, wie z. B. Freunde oder Schauspieler?
Meine Lieblingsfiguren, das sind diejenigen, mit denen zu arbeiten sich als besonders leicht herausstellt, tauchen meist schon völlig ausgeformt auf. Sie sind fast immer schon ganz eigenständige Personen. Manchmal borge ich mir allerdings den Hund oder die Katze von jemandem aus. Tybalt aus Anna im blutroten Kleid war meine eigene Katze, die Berglöwin Camden basiert auf der fiesen getigerten Katze meines Bruders. Tatsächlich basieren Luke und sein Hahn auf einer realen Person. Doch das ist das erste Mal, dass das jemals vorgekommen ist.

Gibt es in irgendeinem Ihrer Romane einen Charakter, den sie besonders schätzen oder mit dem sich am meisten verbunden fühlen? Falls ja, wer ist es und warum? Und gibt es einen, den Sie überhaupt nicht mögen?
Ich könnte nie zwischen meinen Charakteren wählen. Ich liebe sie alle, sogar die Bösewichte, aus verschiedenen Gründen. Zumindest, was die Hauptfiguren betrifft.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit, wenn Sie eimal nicht mit dem Schreiben beschäftigt sind?
Ich habe zwei Hunde und zwei Katzen, die eine Menge Zuwendung und Aufmerksamkeit beanspruchen. Lange Spaziergänge, Wanderungen, Bäder und dergleichen. Ich schaue Filme und Fernsehen. Ich liebe es zu essen und neue Gerichte auszuprobieren. Ich verreise gern, wenn ich kann, der Großteil einer Reise dreht sich letztlich aber immer um die Arbeit.

Wenn Sie einen Tag in die Rolle irgendeiner Figur aus einem Buch oder Film schlüpfen könnten, welche wäre es?
Ich glaube, es würde viel Spaß machen in die Harry Potter Bücher zu schlüpfen, insbesondere am Hogsmeade Tag.

Grundsätzlich hängt es stark davon ab, was meine Rolle an manchen dieser Orte wäre. Bin ich zum Beispiel nur eine unbedeutende Nebenfigur? Werde ich gefressen, wenn ich mich für einen Zombie Streifen entscheide? (Ich würde niemals einen Zombie Streifen wählen, aber ihr versteht, was ich meine?)

Mit welcher Person (tot oder lebendig) würden Sie gerne einmal einen ganzen Tag verbringen, wenn Sie könnten und warum?
Heinrich VIII. Auch wenn ich denke, dass ich ihn nicht besonders mögen würde. Faszinierend wäre es trotzdem.

Apr  24

[Interview] Colleen Hoover

24. April 2014 | 16:13 | Nachgefragt

Im November letzten Jahres veröffentlichte dtv mit Weil ich Layken liebe den ersten Roman von Colleen Hoover auf Deutsch. Ich fand das Buch großartig und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung Weil ich Will liebe, die diese Woche endlich bei uns erschienen ist. Um mehr über diese talentierte Autorin und ihre Bücher zu erfahren, habe ich sie mit einigen Fragen gelöchert und kann euch heute nun die interessanten Antworten präsentieren.

An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an Frau Hoover, die sich für das Beantworten der Fragen Zeit genommen hat!

In Deutschland ist vor Kurzem Ihr Debut „Weil ich Layken liebe“ erschienen und ich habe es geliebt! Warum haben Sie aus Will und Layken Lehrer und Schülerin gemacht?
Ich bin nicht sicher. Ich hatte Weil ich Layken liebe nicht wirklich in allen Einzelheiten durchgeplant, ich bin beim Schreiben einfach darauf gekommen.

Wann oder wie sind Sie auf die Idee zu „Weil ich Layken liebe“ gekommen?
Ich habe es schon immer genossen zu schreiben und ich musste während der Theaterproben meines Sohnes ein wenig Zeit totschlagen, also habe ich angefangen Weil ich Layken liebe zu schreiben!

Der Erscheinungstermin für die dt. Ausgabe der Fortsetzung „Point of Retreat“ steht ja schon fest. Hat sich dtv auch die Rechte an „This Girl“ gesichert?
Ich glaube nicht, dass sie This Girl bereits gekauft haben, aber hoffentlich tun sie es bald!

Wurden die deutschen Rechte an anderen Büchern von Ihnen schon verkauft?
Ich bin nicht 100%ig sicher, aber ich glaube dtv hat neben Slammed und Point of Retreat auch die Rechte an Hopeless und Losing Hope erworben.

In den USA erscheint als nächstes „Maybe Someday“. Ist das ein Stand-alone oder der Auftakt zu einer neuen Reihe? Was können Sie uns sonst noch darüber verraten?
Es ist ein Stand-Alone. Es gibt einen Original Soundtrack, der das Buch begleitet, und ich freue mich schon sehr darauf euch daran teilhaben zu lassen!

Ihre Bücher wurden in vielen verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt veröffentlicht. Wie fühlt sich das an?
Es ist unglaublich! Ich hätte mir nie träumen lassen, dass das so etwas passieren würde.

War es schon immer Ihr Traum Ihren Lebensunterhalt mit dem Schreiben zu verdienen?
Ja, aber ich hätte nie gedacht, dass es möglich wäre. Ich hatte diesen Traum vor langer Zeit aufgegeben. Ich bin so froh, dass ich mich schließlich doch entschloss meinen ersten Roman zu schreiben.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf? Was gefällt Ihnen nicht so sehr?
Ich liebe alles und ich würde ehrlich gesagt nichts daran ändern.

Welche Szene fiel Ihnen beim Schreiben bisher am schwersten? Oder am leichtesten?
Am schwierigsten war eine Szene in Ugly Love, das am 5. August in den USA erscheint. Ich kann euch daher noch nichts darüber verraten.

Woher nehmen Sie im Allgemeinen die Inspiration zu Ihren verschiedenen Büchern und Charakteren?
Sie kommen einfach zu mir. Ich habe ständig neue Ideen für Geschichten und manche von ihnen erfüllen meinen Verstand bis die Charaktere ihren eigenen Kopf haben. Ich denke nicht wirklich an mein richtiges Leben, wenn ich schreibe.

Entspringen Ihre Charaktere vollständig Ihrer Phantasie oder denken Sie dabei an reale Personen, wie z. B. Freunde oder Schauspieler?
Haha, ich glaube die Frage habe ich oben bereits beantwortet. Wie ich schon sagte, normalerweise entspringen sie nur meiner Phantasie. Aber Kel aus Weil ich Layken liebe basiert auf einem meiner Kinder.

Bislang haben Sie vor allem New Adult geschrieben. Können Sie sich vorstellen einmal ein völlig anderes Genre auszuprobieren?
Nicht wirklich. Ich habe darüber nachgedacht vielleicht etwas Übernatürliches zu schreiben, aber ich weiß nicht, ob ich das jemals tun werde. Meine Bücher fallen einfach von Natur aus in die New Adult Kategorie.

Gibt es einen Roman unter Ihren eigenen, den sie besonders mögen oder mit dem Sie rückblickend eher unzufrieden sind? Wenn ja, welche und warum?
Ich liebe alle meine Bücher, schon weil sie so viel für mich und meine Karriere und meine Familie getan haben, doch ich denke mein Favorit müsste Ugly Love sein.

Gibt es in Ihren Romanen einen Charakter, den sie besonders schätzen oder mit dem sich am meisten verbunden fühlen? Falls ja, wer ist es und warum? Und gibt es einen, den Sie nicht sonderlich mögen?
Besonders verbunden fühle ich mich mit Ridge (Maybe Someday) und Miles (Ugly Love). Vieles ist in die Geschichten der Beiden eingeflossen, deshalb kann ich es auch kaum erwarten, dass ihr sie kennen lernt!

Was machen Sie in Ihrer Freizeit, wenn Sie mal nicht mit dem Schreiben beschäftigt sind?
Ich habe nicht viel Freizeit, aber ich mag es die Zeit, die ich habe, mit meiner Familie und Freunden zu verbringen und einfach nur zu entspannen.

Haben Sie ein Lieblingsbuch und/oder –autor?
Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green.

Wenn Sie einen Tag in die Rolle irgendeiner Figur aus einem Buch oder Film schlüpfen könnten, welche wäre es?
Sandra Bullock in Eine zweite Chance. Ihr wisst schon, wegen Harry Connick, Jr.

Mit welcher Person (tot oder lebendig) würden Sie gerne mal einen ganzen Tag verbringen, wenn Sie könnten und warum?
Harry Connick, Jr.

Ein paar meiner Leser schreiben selbst auch. Haben Sie ein paar Tipps für sie?
Mit den Worten der Avett Brothers: „decide what to be, and go be it“.

Dez  12

[Blogtour] Das Tal von Krystyna Kuhn – Teil 2

12. Dezember 2013 | 10:15 | Mitgemacht, Nachgefragt

Im zweiten Teil des Interviews zur Blogtour erfahrt ihr heute etwas mehr über ihre Charaktere, ihre Lieblingsautoren, in welche Rolle sie gern einmal schlüpfen würde und vieles mehr. Morgen geht es dann hier weiter. ;)

Entspringen Ihre Charaktere vollständig Ihrer Phantasie oder denken Sie dabei an reale Personen, wie z. B. Freunde oder Schauspieler?
Sie entspringen der Fantasie und – der Frage: Wie würde ich gerne sein?Was schätze ich an Menschen, was hasse ich? In dieser Beziehung ähnle ich einem Schauspieler. Ich versuche die Leidenschaften einer Figur auszuleben. Wenn ich meine Charaktere verstehe, dann nähere ich mich dem Universum „Mensch“.

Gibt es in Ihren Romanen einen Charakter, den sie besonders schätzen oder mit dem sich am meisten verbunden fühlen? Falls ja, wer ist es und warum? Und gibt es einen, den Sie nicht sonderlich mögen?
Niemand mag Debbie. Ich auch nicht. Aber vielleicht ist sie die ehrlichste aller Charaktere. Ansonsten bewundere ich Rose, ich mag die Tiefgründigkeit von Robert, Benjamins Humor, Katies Willen, den Philantropen David, die Aggressivität von Chris. Okay, Julia ist mir im Laufe der Bände fremd geworden. Weil sie sich nicht wehrt.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit, wenn Sie mal nicht mit dem Schreiben beschäftigt sind?
Der Tag hat zu wenig Stunden, um Freizeit zu haben. Ich plädiere für eine neue Zeitrechnung. Fordere von der Wissenschaft, ein Mittel zu erfinden, dass man nicht schlafen muss. Und wenn ich doch mal abschalten will, treffe ich Freunde und … lese.

Haben Sie ein Lieblingsbuch und/oder –autor?
Jodi Picoult – Sie erzählt die brisantesten, menschlichen Konflikte.
Stephen King – Seine Fantasie ist grenzenlos.
Kevin Brooks – er schreibt die besten Jugendbücher.
Astrid Lindgren – sie gibt Erwachsenen eine Vorstellung, was Kindheit bedeutet.

Wenn Sie einen Tag in die Rolle irgendeiner Figur aus einem Buch oder Film schlüpfen könnten, welcher wäre es?
„Oh O Captain! My Captain!“ – Die Figur des Lehrers in „Der Club der toten Dichter“. Und als Elizabeth Bennett würde ich mich gerne in Mr Darcy verlieben.

Mit welcher Person (tot oder lebendig) würden Sie gerne mal einen ganzen Tag verbringen, wenn Sie könnten und warum?
Mit Meryl Streep über ihre Rollen; mit meinem Vater (gestorben 1998) über die Fragen, die geblieben sind; mit meiner großen Jugendliebe, warum wir nie zusammen fanden; mit Stephen Spielberg über Filme und dem King of Queens, weil ich gerne mal in seinem Truck mitfahren würde.

Ein paar meiner Leser schreiben selbst auch. Haben Sie ein paar Tipps für sie?
Nicht aufhören. Nicht die Geduld verlieren. An die Grenze gehen – immer.

Dez  11

[Blogtour] Das Tal von Krystyna Kuhn – Teil 1

11. Dezember 2013 | 15:40 | Mitgemacht, Nachgefragt

Ich habe zwar noch nicht alle Bände gelesen, doch bisher konnte Krystyna Kuhn mich auf jeden Fall mit ihrer mysteriösen Serie Das Tal begeistern. Deshalb freue ich mich sehr, dass die große Blogtour zum Finale der Reihe heute (und morgen) auf meinem Blog halt macht. Zu diesem Anlass habe ich die Autorin um ein Interview gebeten und heute präsentiere ich euch den ersten Teil ihrer kurzen, aber interessanten Antworten. An dieser Stelle nochmals ein Dankeschön an Frau Kuhn für die Beantwortung der vielen Fragen.

Mit dem achten Band ist die Tal-Serie nun zu Ende. Wie fühlt sich das an?
Wie kurz unter dem Gipfel, nur es geht nicht weiter.

Planen Sie schon einen weiteren neuen Roman oder gar eine neue Serie? Wenn ja, können Sie uns schon etwas darüber verraten?
Ich plane, aber verraten kann ich noch nichts – nur … es wird wieder eine Serie.

Wie planen sie Ihre Romane überhaupt? Wie recherchieren Sie für Ihre Bücher?
Am wichtigsten sind die Charaktere. Ich muss ein Bild von Ihnen im Kopf haben, ein Gefühl für sie entwickeln, ihre Konflikte verstehen und ihre Sprache sprechen.
Ansonsten bin ich im Internet unterwegs, beobachte Menschen, Orte, Situationen. Ich lese viel … denke viel … frage viel. Als Autor ist man immer online, eine Art XXL-Gigabyte-Speicherkarte.

Woher nehmen Sie im Allgemeinen die Inspiration zu Ihren verschiedenen Büchern?
Mich inspirieren die ungelösten Fragen der Menschheit – wenn ich keine Antworten zu Fragen habe, muss ich schreiben.

Hatten Sie jemals Zweifel daran, eines Ihrer Bücher zu Ende zu schreiben bzw. waren während des Schreibens nicht mehr überzeugt von der ursprünglichen Idee?
Manchmal überkommt mich Panik: Wo geht der Weg entlang? Wie komme ich zum Ziel?

Bislang haben Sie vor allem Thriller geschrieben. Können Sie sich vorstellen einmal ein völlig anderes Genreauszuprobieren?
Oh ja – ich würde gerne einmal etwas Lustiges, Sarkastisches schreiben. Galgenhumor ist für mich eine der wichtigsten Überlebensstrategien.

Wenn Sie die Chance hätten mit einem anderen Autor ein Buch zu schreiben, wer wäre es und warum?
Super Frage: Kevin Brooks, Nick Hornby, Wladimir Kaminer, dem Physiker Harald Lesch und … Astrid Lindgren.

War es schon immer Ihr Traum Schriftstellerin zu werden? Oder hat sich das eher zufällig so ergeben?
Nichts ist Zufall. Nichts ist geplant. Die Verbindung dazwischen heißt Intuition. Bücher und Geschichten sind für mich geistige Grundnahrungsmittel. Ich kann ohne Bücher nicht leben.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf? Was gefällt Ihnen nicht so sehr?
Freiheit. Die Fluchtmöglichkeiten. Das Mysterium des Schreibens. Dazu brauche ich die Isolation und hasse sie gleichzeitig.

Gibt es einen Roman unter Ihren eigenen, den sie besonders mögen oder mit dem Sie rückblickend eher unzufrieden sind? Wenn ja, welche und warum?
Ich liebe den ersten Krimi für Erwachsene: Fische können schweigen. Das erste Jugendbuch: Schneewittchenfalle. Weil ich damals noch unwissend, intuitiv und naiv war. Noch einmal würde ich schreiben wollen: Das Tal. Das Spiel. Weil ich jetzt mehr weiß, als am Anfang.

Welche Szene fiel Ihnen beim Schreiben bisher am schwersten? Oder am leichtesten?
Am leichtesten fällt mir immer das Ende. Das schwerste ist das erste Kapitel.

Nov  08

[Interview] Kimberly Derting

08. November 2012 | 20:10 | Nachgefragt

In diesem Jahr sind gleich zwei Bücher von Kimberly Derting bei uns in Deutschland erschienen – Ruf der verlorenen Seelen sowie Dark Queen – und ich hatte das große Glück bzw. die Ehre die Autorin interviewen zu dürfen. Die Anzahl der Fragen war leider auf fünf beschränkt, aber die Antworten sind meiner Meinung nach trotzdem sehr interessant.

An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an Frau Derting, die sich für das Beantworten der Fragen Zeit genommen hat!

Wann oder wie sind Sie auf die Idee zur „Bodyfinder“ Serie – einem Mädchen mit der Gabe die Toten aufzuspüren – gekommen? Können Sie uns schon etwas über die Fortsetzungen verraten?
Die Idee kam eines Tages von meinem Ehemann als wir Auto fuhren und er fragte „Was wäre wenn es einen Jugendlichen gäbe, der Leichen finden könnte?“ In seinem Kopf ging es um einen Jungen in der Mittelstufe. Aber es war tatsächlich eine großartige Idee, also machte ich aus der Hauptfigur ein 16-jähriges Mädchen und kam auf den Einfall mit den Echos. Und, natürlich, entschied ich, dass sie einen Schwarm bräuchte und so war Jay geboren!

In der Fortsetzung wird die Hauptfigur, Violet, die Aufmerksamkeit des FBI auf sich ziehen als sie eine Leiche findet und sie wollen mehr über ihre Fähigkeit erfahren … etwas, das Violet vor ihnen verbergen will. Sie ringt mit sich wie viel von ihrem Geheimnis sie teilen sollte.

Wann oder wie sind Sie auf die Idee zu „Dark Queen“ mit einer Gesellschaft, die durch Sprachen gegliedert wird, gekommen? Was können Leser von diesem Buch erwarten?
Im Gegensatz zu Bodyfinder, wo alles auf einmal zu mir gekommen ist, kam die Idee zu Dark Queen stückchenweise. Das erste Stück war nur eine einfache Frage: „Wie wäre es, wenn jemand alle Sprachen verstehen könnte?“ Aber ich wollte, dass die Geschichte selbst etwas Größeres ist als nur diese Komponente. Ich habe viel Zeit damit verbracht Notizen dazu zu machen wie Charlies Gabe funktionieren würde, in was für einer Art Welt sie leben würde, über die Sorte von Monarchien, die existieren würden, und wer ihre Freunde und Familie wären. Ich dachte viel darüber nach wie ich das alles miteinander verbinden könnte bevor ich ein einziges Wort von Charlies Geschichte geschrieben habe.

Dark Queen ist düster, aber auf eine völlig andere Weise als Bodyfinder.

Entspringen Ihre Charaktere vollständig Ihrer Phantasie oder denken Sie dabei an reale Personen, wie z. B. Freunde oder Schauspieler?
Das ist bei jedem Buch unterschiedlich. Ich nutze vielleicht gewisse Charaktereigenschaften von Freunden und Familienmitgliedern, aber nie so viel, dass sich jemand selbst darin wieder erkennen würde (hoffe ich!). Bei The Last Echo (dem dritten Teil der Bodyfinder Serie) fing ich jedoch mit Bildern von Schauspielern für ein paar der neuen Charaktere an, zumindest für ihre äußerlichen Beschreibungen, und baute sie dann aus. In der Regel denke ich sie mir allerdings einfach aus!

Wenn Sie einen Tag in die Rolle irgendeiner Figur aus einem Buch oder Film schlüpfen könnten, welche wäre es?
Ich mag die Vorstellung Katniss Everdeen aus The Hunger Games bzw. Die Tribute von Panem zu sein … aber nur wenn es ein Tag ist, an dem sie NICHT um ihr Leben kämpft. Ihr Leben ist viel zu aufregend (und gefährlich) um es jeden Tag zu leben!

Mit welcher Person (tot oder lebendig) würden Sie gerne mal einen ganzen Tag verbringen, wenn Sie könnten und warum?
Das wäre wahrscheinlich J.K. Rowling, weil ich einfach alles an ihr liebe. Außerdem, ich meine, wie cool wäre es sie eine Stunde lang bei einem großen Eisbecher auszufragen? Gemerkt wie ich einen Eisbecher eingebaut habe? :)

Mrz  06

[Arbeiten im Verlag] Lizenzen

06. März 2012 | 20:59 | Nachgefragt

Im vierten und damit letzten Teil der Interviewreihe zum Thema Arbeiten im Verlag erzählt Inka Ihmels etwas über ihre Arbeit als Foreign Rights Managerin.

Erzählen Sie uns doch bitte etwas über Ihren Beruf. Was gehört alles zu Ihren Aufgaben und wie sieht für Sie ein typischer Arbeitstag aus?
Als Auslandslizenzmanagerin ist es mein Ziel, für möglichst viele unserer deutschsprachigen Originalwerke ausländische Verlage zu finden. Den größten Teil des Jahres sitze ich daher am Schreibtisch und korrespondiere mit internationalen Verlagen, stelle – größtenteils englischsprachige – Informationen zu unseren Autoren und ihren Werken zusammen, bereite unsere Foreign Rights Kataloge vor und stelle Verträge aus, wenn Angebote eingegangen sind. Besonders spannend und schön ist mein Job jedoch während der internationalen Buchmessen. Dort treffe ich Lektoren, Verleger und Agenten aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt persönlich und aus dem direkten Kontakt entwickeln sich zumeist ganz von selbst Ideen, welche unserer Autoren für das Gegenüber interessant sein könnten und auch sehr herzliche Beziehungen.

Welche Vor- bzw. Nachteile hat Ihr Job? Was gefällt Ihnen besonders gut, was mögen Sie nicht so sehr?
Größter Vorteil: s. o. Außerdem gefällt mir die Mischung aus inhaltlichem Arbeiten und handfesten Ergebnissen sehr, d. h. dem Kalkulieren von Angeboten und dem Ausstellen von Verträgen. Ganz furchtbar finde ich die Organisation des Zahlungsverkehrs, zu dem oft auch Anträge zur Steuerfreistellung etc. gehören.

Wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen? Was haben Sie studiert und was mussten Sie sonst noch in Vorbereitung darauf absolvieren, z.B. Praktika, Volontariate, etc?
Als ich mein Studium begonnen habe, wusste ich ehrlich gesagt noch gar nicht, wie gut meine Fächerkombination für den Lizenzbereich geeignet ist: Ich habe in Mainz im Hauptfach Buchwissenschaft studiert und in den Nebenfächern Spanisch und BWL. Während meines Studiums habe ich Praktika in unterschiedlichen Verlagsbereichen absolviert: Von der Presse über das Lektorat bis zur Lizenzabteilung. Während meines Volontariats bei der Frankfurter Verlagsanstalt habe ich dann schon den Lizenzbereich als meine Herzensangelegenheit erkannt.

Welche Anforderungen werden heute an jemanden gestellt, der diesen Beruf gern ergreifen möchte? Ist ein Studium erforderlich? Wenn ja, welche Fachrichtung? Muss man vorher (viele) Praktika und Volontariate absolvieren? Werden besondere Fremdsprachenkenntnisse oder ähnliches gefordert?
Es gibt ganz unterschiedliche Wege in die Lizenzabteilung. Am häufigsten scheinen mir Geisteswissenschaftler unterschiedlicher Studienrichtungen vertreten zu sein, die über ein Volontariat einsteigen. Generell sollte man kommunikativ und offen sein, im Auslandslizenzbereich sehr gute Englischkenntnisse haben und möglicherweise auch weitere Fremdsprachen sprechen.

Können Sie etwas über die heutige Situation auf dem Arbeitsmarkt in Ihrem Berufsfeld sagen? Hat man mit der richtigen Ausbildung (und Motivation) eine gute Chance einen Job in der Lizenzabteilung eines Verlages zu bekommen?
Das kann ich nicht pauschal beantworten. Da die Vermarktung und Verwertung digitaler Rechte zu den typischen Aufgaben des Lizenzbereichs noch hinzukommt, sollten die Rolle und damit auch der Personalbedarf in Lizenzabteilungen derzeit größer werden.

Arbeiten in Ihrem Beruf hauptsächlich freie Mitarbeiter oder ist eine Festanstellung wahrscheinlich?
In den Lizenzabteilungen sind hauptsächlich feste Mitarbeiter tätig.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage, sofern Sie nichts dagegen haben: Wenn Sie noch einmal die Chance hätten sich völlig frei zu entscheiden, würden Sie dann einen anderen Beruf oder wieder genau Ihren jetzigen wählen?
Also, wenn ich nochmals von vorne anfangen könnte, würde ich sogar mit weniger Umwegen bei den Auslandslizenzen landen wollen.

Feb  28

[Arbeiten im Verlag] Presse

28. Februar 2012 | 16:04 | Nachgefragt

Im dritten Teil der Interviewreihe zum Thema Arbeiten im Verlag schildert Patricia Keßler heute ihren Alltag und ihre Tätigkeiten in der Presseabteilung.

Erzählen Sie uns doch bitte etwas über Ihren Beruf. Was gehört alles zu Ihren Aufgaben und wie sieht für Sie ein typischer Arbeitstag aus?
Zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gehören neben dem ständigen Kontakt zu Journalisten, Autoren und interessierten Lesern alle Aufgaben, die zur Präsentation unserer Bücher in den Medien beitragen: Wie der Versand von Programmvorschauen, Rezensionsexemplaren und Pressematerial. Wir stellen zudem den Kontakt zwischen Journalisten und Autoren her, akquirieren Interviews, sorgen für Veranstaltungsankündigungen und Berichte, wenn Autoren auf Lesereise gehen, organisieren Pressereisen zu ausgewählten Titeln und begleiten ab und zu Autoren zu Presseterminen.

Welche Vor- bzw. Nachteile hat Ihr Job? Was gefällt Ihnen besonders gut, was mögen Sie nicht so sehr?
Vor- oder Nachteile sehe ich in meinem Job eigentlich nicht. Natürlich gibt es – wie in jedem anderen Beruf – auch in der Pressearbeit Dinge, die man gerne bzw. weniger gerne tut. Sehr gerne arbeite ich eine Pressestrategie für ein Buch aus, d.h. man überlegt sich, welche Pressemaßnahmen sich für einen Krimi, einen Frauenroman oder ein Fantasyabenteuer eignen. Ich tausche mich hier auch gerne mit anderen Pressekollegen aus – und gegen Input aus anderen Abteilungen habe ich auch nichts. Besonders gefällt mir auch der tägliche Kontakt nach außen zu Journalisten und Lesern, und dass jeder Tag anders verläuft und nicht wirklich planbar ist.
Das Zusammenstellen von Pressemappen ist hingegen nicht so spannend und raubt einem oft sehr viel Arbeitszeit, aber das gehört zur Pressearbeit eben auch dazu.

Wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen? Was haben Sie studiert und was mussten Sie sonst noch in Vorbereitung darauf absolvieren, z.B. Praktika, Volontariate, etc?
Zur Pressearbeit bin ich eher zufällig gekommen. Ich habe Spanische, Französische und Englische Literaturwissenschaft studiert, habe einige Semester auch in Frankreich und Spanien verbracht, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Damals wollte ich eigentlich immer etwas mit Sprachen machen. Dann habe ich ein Praktikum beim Reclam Verlag gemacht, der damals noch in Leipzig ansässig war, und kam dort zum ersten Mal mit der Arbeit in einem Verlag in Berührung. Den Weg vom Manuskript zum gedruckten Buch fand ich unglaublich spannend. Aber noch spannender fand ich, was mit dem fertigen Produkt passiert, also den Weg vom Verlag zum Buchhandel und letztendlich zu den Lesern. Dann wurde mir ein Volontariat in der Presseabteilung in der Verlagsgruppe Droemer Knaur angeboten. Das habe ich im Jahr 2001 absolviert – seitdem bin ich hier und betreue die Belletristik bei Knaur und die Jugendbücher bei PAN.

Welche Anforderungen werden heute an jemanden gestellt, der diesen Beruf gern ergreifen möchte? Ist ein Studium erforderlich? Wenn ja, welche Fachrichtung? Muss man vorher (viele) Praktika und Volontariate absolvieren? Werden besondere Fremdsprachenkenntnisse oder ähnliches gefordert?
Für den Einstieg in die Pressearbeit im Verlag, sprich Volontariat, gibt es keine bestimmten Voraussetzungen. Ich würde sogar sagen, dass auch ein Studium nicht zwingend notwendig ist. Aber das ist von Verlag zu Verlag unterschiedlich. Einige setzen ein Studium voraus, andere nicht. Für mich ist es wichtig, dass man eine Leidenschaft für Bücher mitbringt, offen und kommunikativ ist. Sprachkenntnisse sind von Vorteil, Englisch sollte man in jedem Fall sprechen können. Das ein oder andere Praktikum absolviert zu haben, ist gut, um für sich selbst eine Art Orientierung zu finden. Jemand, der eher introvertiert ist und die Arbeit im stillen Kämmerlein bevorzugt, ist sicher nicht gut in einer Presseabteilung aufgehoben.

Ist unter Umständen auch ein Quereinstieg möglich? Oder ist ein bestimmtes Studienfach oder ähnliches unabdingbar?
Ein Quereinstieg ist auch möglich. Bei uns in der Presseabteilung arbeiten zum Bespiel auch Kolleginnen, die vorher als Journalistinnen tätig waren. Da man jeden Tag auch mit Texten zu tun hat, sollte man jedoch eine gewisse Affinität zum Schreiben mitbringen.

Können Sie etwas über die heutige Situation auf dem Arbeitsmarkt in Ihrem Berufsfeld sagen? Hat man mit der richtigen Ausbildung (und Motivation) eine gute Chance einen Job in der Presseabteilung eines Verlages zu bekommen?
Ich würde es allgmeiner formulieren: Die Chancen, einen Job im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu bekommen, stehen gut. Denn der Bereich Kommunikation wird in Zukunft noch wichtiger werden – sowohl die Kommunikation innerhalb eines Unternehmens als auch die aus einem Unternehmen heraus, besonders in Zeiten von Social Media.
Und was die Motivation angeht: ohne Motivation geht gar nichts – in keinem Job. Da kann man noch so gut ausgebildet sein. Ich bin der Meinung, dass man für eine Sache brennen muss, um seine Arbeit wirklich gut zu machen.

Arbeiten in Ihrem Beruf hauptsächlich freie Mitarbeiter oder ist eine Festanstellung wahrscheinlich?
In einem so großen Verlag arbeitet man in der Presse in der Regel festangestellt. Freie Mitarbeit gibt es eher im Bereich Lektorat.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage, sofern Sie nichts dagegen haben: Wenn Sie noch einmal die Chance hätten sich völlig frei zu entscheiden, würden Sie dann einen anderen Beruf oder wieder genau Ihren jetzigen wählen?
Ich würde mich genau wieder so entscheiden, mir macht die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sehr viel Spaß. Natürlich finde ich auch andere Berufe toll wie z.B. das Herstellen und Restaurieren von Möbeln. Aber mein Herz schlägt für die Literatur und ich habe gerne mit vielen, ganz unterschiedlichen Menschen zu tun. Spannend finde ich, was man mit Kommunikation erreichen kann.

Feb  21

[Arbeiten im Verlag] Marketing/Assistenz der Geschäftsf.

21. Februar 2012 | 21:45 | Nachgefragt

Wie in der letzten Woche versprochen geht es heute weiter mit der Interviewreihe zum Thema Arbeiten im Verlag. Im zweiten Teil verrät Petra Werba etwas über ihre Arbeit als Assistentin der Geschäftsführung, die auch eng mit dem Marketing verbunden ist.

Erzählen Sie uns doch bitte etwas über Ihren Beruf. Was gehört alles zu Ihren Aufgaben und wie sieht für Sie eint typischer Arbeitstag aus?
Die Assistenz der Geschäftsführung ist sowohl eine interessante, als auch anspruchsvolle Tätigkeit, deren Aufgaben nicht zuletzt vom jeweiligen Unternehmen und auch dessen Größe abhängt.

Die gängigen Aufgabenbereiche/Tätigkeiten als Assistent der Geschäftsführung:

  • Generelle organisatorische Unterstützung der Geschäftsführung
  • Entscheidungskompetenz zur Entlastung des Geschäftsführers sehr wichtig
  • Unterstützung der Geschäftsführung bei operativen und strategischen Angelegenheiten
  • Wichtig: Stets informiert und kompetent aufzutreten – nicht nur vor der Geschäftsführung, sondern auch gegenüber Kollegen und gegenüber Geschäftspartnern und Kunden
  • Erarbeitung und Erstellung von Entscheidungsvorlagen
  • Übernahme eigener (Marketing)Projekte
  • Terminplanung und -überwachung und Vorarbeit/Disposition von Meetings, Terminen und Kunden- oder Geschäftspartnerevents (z.B. das große Verlagsfest)
  • Eigenverantwortliche Führung der Korrespondenz ist essentiell
  • Konzeptionelle Vorbereitung und Erstellung von Präsentationen für die Geschäftsführung und Marketing
  • Vollständiges Reisemanagement inklusive Kostenabrechnungen
  • Postbearbeitung, Reisebuchungen oder einfach Terminkoordination, Telefon etc.


Welche Vor- bzw. Nachteile hat Ihr Job? Was gefällt Ihnen besonders gut, was mögen Sie nicht so sehr?
Vorteil: Vielfältigkeit der Aufgaben, ständig neue Herausforderungen, die Ideen und Kreativität erfordern

Nachteil: Stresssituationen durch unvorhersehbare Situationen, in denen schnell und konsequent gehandelt und entschieden werden muss. Auch diese Aufgaben fordern mich und machen stolz, wenn eine Situation gerettet werden konnte, kosten allerdings auch Kraft und Nerven.

Wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen? Was haben Sie studiert und was mussten Sie sonst noch in Vorbereitung darauf absolvieren, z.B. Praktika, Volontariate, etc?
In meinem früheren Leben war ich Grundschullehrerin für Deutsch und Kunsterziehung und habe sehr gern mit Kindern gearbeitet. Ich war also ein Buchbranchen-Quereinsteiger, als ich mich vor 5 Jahren im Verlag beworben habe. Dank meiner großen Affinität zum Lesen und zu Büchern fühle ich mich in der Buchbranche sehr sehr wohl. Die erforderlichen Fachkenntnisse für das Marketing erwerbe ich autodidaktisch mit den unterschiedlichen Projekten.

Welche Anforderungen werden heute an jemanden gestellt, der diesen Beruf gern ergreifen möchte? Ist ein Studium erforderlich? Wenn ja, welche Fachrichtung? Muss man vorher (viele) Praktika und Volontariate absolvieren? Werden besondere Fremdsprachenkenntnisse oder ähnliches gefordert?
Ja, eigentlich ist ein Studium erforderlich. Um Assistentin der Geschäftsführung zu sein muss man aber eigentlich nur flexibel, aufgeschlossen, mitdenkend und kreativ sein.

Arbeiten in Ihrem Beruf hauptsächlich freie Mitarbeiter oder ist eine Festanstellung wahrscheinlich?
Hauptsächlich Festanstellungen, freie Mitarbeiter im Marketingbereich kenne ich nicht. Als Marketingagentur bekommt man dann schon mal einen Fuß in die Verlagstür.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage, sofern Sie nichts dagegen haben: Wenn Sie noch einmal die Chance hätten sich völlig frei zu entscheiden, würden Sie dann einen anderen Beruf oder wieder genau Ihren jetzigen wählen?
Ja, gut möglich, dass ich mich dann direkt für die Buchbranche entscheiden würde.

Feb  15

[Arbeiten im Verlag] Lektorat

15. Februar 2012 | 22:30 | Nachgefragt

Ich liebe Bücher! Das ist kein Geheimnis und ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass es vielen von euch ebenso geht. Und was könnte da schöner sein, als diese Leidenschaft auch zum Beruf zu machen? Ich spiele schon etwas länger mit dem Gedanken nach meinem Studium auch beruflich in einem Verlag tätig zu werden und weil ich weiß, dass einige andere ebenfalls diesen Wunsch hegen, habe ich im letzten Sommer die Arbeit an einer besonderen Interviewreihe begonnen. Die einzelnen Abteilungen in einem Verlag dürften die meisten kennen, aber ich wollte erfahren, was denn nun wirklich die einzelnen Aufgaben in den verschiedenen Bereichen sind und was man mitbringen muss, um einen solchen Job zu bekommen. Es hat ein paar Monate gedauert die Antworten zusammen zu bekommen, aber nun kann ich sie euch endlich präsentieren.

Insgesamt wird es vier Interviews mit Verlagsmitarbeitern bzw. – mitarbeiterinnen geben, die sich freundlicherweise bereit erklärt haben meine Fragen zu beantworten. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle! Den Anfang macht heute Timothy Sonderhüsken, der einen Einblick in die Arbeit als Lektor gewährt.

Erzählen Sie uns doch bitte etwas über Ihren Beruf. Was gehört alles zu Ihren Aufgaben und wie sieht für Sie eint typischer Arbeitstag aus?
Einen typischen Arbeitstag gibt es im Lektorat nicht, wohl aber wiederkehrende Routinen, die für jedes der Halbjahresprogramme anfallen. Zu den Aufgaben eines Lektors gehören (ohne dies nun zu gewichten) die Beobachtung des Buchmarkts im In- und Ausland, das Lesen und Beurteilen der eingehenden Bücher und Manuskripte, die Vertragsverhandlungen mit Autoren, Agenten, Verlagen, die Betreuung von deutschen und ausländischen Autoren, die Planung der Verlagsprogramme, die Organisation der Buchproduktion (also Vergabe und Kontrolle von Übersetzung und Redaktion, die Vorbereitung des Manuskripts für die Herstellabteilung), das Schreiben von Informationstexten für den internen und externen Gebrauch, die Verteilung von Informationsmaterial, Unterstützung von und Mitarbeit an Marketing- und Vertriebskonzepten, das Coverbriefing für die Grafiker und, und, und. Tatsächlich ist dieser letzte Punkt – das „und, und, und“ – das, was mich immer wieder erstaunt: Es kommt immer wieder etwas Neues hinzu (ohne das allerdings auch etwas anderes wegfällt). Was jedem angehenden Lektor klar sein muss: Wer diesen Beruf ergreift, hat keinen „Nine to Five“-Job, schon allein deswegen nicht, weil das Prüfen von Manuskripten in der Regel nicht während der Büroarbeitszeiten erfolgt, sondern am „Feierabend“ oder am Wochenende.

Welche Vor- bzw. Nachteile hat Ihr Job? Was gefällt Ihnen besonders gut, was mögen Sie nicht so sehr?
Es macht mir großes Vergnügen, Verlagsprogramme mitzugestalten und Autoren dabei zu unterstützen, tolle Bücher zu schreiben. Als Lektor habe ich die Möglichkeit, jeden Tag auf die eine oder andere Art und Weise kreativ zu arbeiten – das macht mir großen Spaß. Kein Vergnügen ist es natürlich, dass Bücher letztendlich auch nicht anderes sind als Produkte, die sich verkaufen müssen, und wenn ein Herzbuchprojekt im Buchhandel oder beim Leser keinen Anklang findet, ist das durchaus schmerzhaft.

Welche Anforderungen werden heute an jemanden gestellt, der diesen Beruf gern ergreifen möchte? Ist ein Studium erforderlich? Wenn ja, welche Fachrichtung? Muss man vorher (viele) Praktika und Volontariate absolvieren? Werden besondere Fremdsprachenkenntnisse oder ähnliches gefordert?
Die wichtigsten Voraussetzungen, um als Lektor zu arbeiten, sind Sprachgefühl, hohe Belastbarkeit, Teamfähigkeit und eine Liebe zum Medium Buch. Es gibt keinen festgelegten Ausbildungsweg, um Lektor zu werden. Die meisten meiner Kollegen haben ein geisteswissenschaftliches Studium abgeschlossen – in der Regel ist es Germanistik, Anglistik (oder eine andere Fremdsprache) oder Literaturwissenschaften. In letzter Zeit bieten Universitäten aber auch das Fach „Buchwissenschaften“ an und auch aus dem kommen immer wieder Volontäre zu uns – und danach ein Volontariat in einem Verlag gemacht, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Von Vorteil bei der Bewerbung ist es natürlich, wenn man neben Englisch noch ein oder zwei andere Sprachen spricht und während seines Studiums bereits versucht hat, über Praktika oder Aushilfstätigkeiten Kontakte in den Verlag zu knüpfen.
Der nächste Schritt nach dem Volontariat, das je nach Verlag zwischen ein und zwei Jahren dauert, ist dann eine Anstellung als Lektoratsassistent oder „Junior Editor“ – und dann entwickelt man sich weiter und wird irgendwann Lektor. Aber, wie gesagt: Es gibt keinen festgelegte Weg. Ich habe beispielsweise eine Ausbildung zum Verlagskaufmann absolviert und die Möglichkeit gehabt, diese immer mehr ins Lektorat zu verlagern; nach Abschluss der Lehre habe ich dann eine Anstellung als Lektoratsassistent gefunden und bin dann Lektor geworden, ohne den „Umweg“ über die Universität gegangen zu sein.

Können Sie etwas über die heutige Situation auf dem Arbeitsmarkt in Ihrem Berufsfeld sagen? Hat man mit der richtigen Ausbildung (und Motivation) eine gute Chance einen Job im Lektorat eines Verlages zu bekommen?
Soweit ich weiß, gibt es deutlich mehr Bewerber als freie Stellen im Lektorat – aber das ist vermutlich in allen attraktiven Berufen so.

Arbeiten in Ihrem Beruf hauptsächlich freie Mitarbeiter oder ist eine Festanstellung wahrscheinlich?
Dazu liegen mir keine konkreten Zahlen vor, aber über den Daumen gepeilt kommen nach meiner Erfahrung auf jeden fest angestellten Lektor in einem Verlag fünf bis acht freie Redakteure oder Lektoren, die als freie Mitarbeiter für den Verlag tätig sind.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage, sofern Sie nichts dagegen haben: Wenn Sie noch einmal die Chance hätten sich völlig frei zu entscheiden, würden Sie dann einen anderen Beruf oder wieder genau Ihren jetzigen wählen?
Die Frage ist knifflig: Ich mag meinen Beruf sehr – sonst würde ich nicht schon seit 19 Jahren in der Verlagsbranche arbeiten -, und wenn ich die Chance hätte, noch einmal ganz von vorne anzufangen, wäre es sicher verlockend, diesen Weg noch einmal zu gehen. Andererseits gibt es viele andere spannende Berufe, die man ausprobieren kann und die nach Dienstschluss die Möglichkeit lassen, Lesen als wunderbares Hobby zu haben.

Jan  27

[Interview] Gerd Ruebenstrunk

27. Januar 2012 | 22:39 | Nachgefragt

Nach der 3-teiligen Reihe um Arthur und Larissa ist in diesem Monat das neueste Jugendbuch des talentierten deutschen Autors Gerd Ruebenstrunk erschienen. Zu diesem Anlass durfte ich den Autor interviewen und er verrät etwas mehr über Rebellen der Ewigkeit, weitere Projekte und natürlich auch in welche Rolle er einen Tag lang gerne einmal schlüpfen würde.

An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an Herr Ruebenstrunk, der sich für das Beantworten der Fragen Zeit genommen hat!

Viel Vergnügen. ;)

Die Reihe um Arthur und Larissa war ursprünglich auf 13 Bände ausgelegt, es sind aber (leider) nur drei geworden. Ist die Serie damit nun für immer abgeschlossen?
Wie heißt es so schön bei James Bond? „Never say never“. ;-) Eine Pause von den Vergessenen Büchern tat mir ganz gut, weil ich eine Reihe neuer Ideen hatte, die ich schon seit einiger Zeit realisieren wollte – und das tue ich jetzt erst einmal. Mit dem Verlag habe ich zwar über eine mögliche Fortsetzung diskutiert und wie die aussehen könnte, zum Beispiel etwas aus der Geschichte der Bewahrer, mit Gerrit aus dem ersten Band im Mittelpunkt der Geschichte. Oder eine Story weiter in der Zukunft, wenn Arthur und Larissa erwachsen sind. Aber vor Ende 2012 wird das bestimmt nichts.

Wie sind Sie eigentlich auf die Idee zu den Vergessenen Büchern gekommen?
Meistens kommen die Ideen einfach so. Das kann ein einfacher Gedankenfetzen sein, eine Schlagzeile in einer Zeitung oder eine Alltagsbeobachtung – aus allem lassen sich Geschichten entwickeln. Bei der Trilogie der Vergessenen Bücher war der Startpunkt eine Erinnerung, die ich aufgeschrieben habe und bei der es um meine erste Fahrt als kleiner Junge im Paternoster ging. (Das findet sich ja auch im ersten Band wieder.) Dazu kam eine weitere Erinnerung, nämlich an einen Buchhändler in Herford namens Arthur Jackmann, der einen kleinen Laden mit angeschlossenem Antiquariat hatte und der für mich als Jugendlicher eine wichtige Rolle spielte. Irgendwie ist daraus dann die Idee zu den Vergessenen Büchern entstanden.

Im Januar ist Ihr neuestes Jugendbuch, „Rebellen der Ewigkeit“, erschienen. Darin wird „Zeit“ als Währung benutzt, genau wie auch in dem kürzlich erschienenen Film „In Time“. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?
Die Idee einer „Zeitbank“ hatte ich schon länger im Kopf, verbunden mit der Frage, was passiert, wenn man sie beraubt. (Als Ausgangsgedanke also gar nicht so weit von In Time entfernt.) „Zeit“ ist ja ein bekanntes Thema im Kinder- und Jugendbuch, und ich habe überlegt, wie man dem einen neuen Dreh geben könnte. So bin ich dann auf eine mögliche physikalische Erklärung gekommen.

Ich wollte aber nicht nur über den Zeithandel schreiben, sondern auch zwei weitere Themen damit verbinden, die mich bewegen. Da ist zum einen die ethische Frage, ob es gerechtfertigt ist, ein Leben zu opfern, wenn man damit viele Leben retten kann. Und zum anderen gibt es eine Figur, welche keinerlei Empathie für andere Menschen empfindet, also das ist, was man heutzutage als psychopathisch bezeichnet. Glaubt man der Fachliteratur, dann gibt es von diesen Menschen mehr als wir denken. Es gab also sozusagen drei Ideen oder Gedankengänge, aus denen der Roman dann entstanden ist.

Steht das Buch für sich allein oder ist es als Serie konzipiert?
Das ist ein Einzelwerk. Ich wollte nicht gleich wieder eine Trilogie lostreten, denn dann hätte ich den Titel, den ich gerade abschließe, nicht schreiben können.

Falls nicht, haben Sie dann schon konkrete Ideen für weitere Jugendbücher? Wenn ja, was für welche?
Bei meinem nächsten Buch, das im Sommer / Herbst 2012 erscheinen wird, handelt es sich um einen Fantasyroman, allerdings keine High Fantasy (so mit Trollen, Elfen und dergleichen), sondern mehr in der modernen Zeit angesiedelt, wenn auch nicht direkt im Heute. Viel mehr möchte ich jetzt dazu aber noch nicht verraten.

Mit das „Wörterbuch des Viktor Vau“ haben Sie sich auch noch einem anderen Genre gewidmet. Wird es noch mehr Bücher für Erwachsene aus Ihrer Feder geben? Wenn ja, wann und können Sie uns schon ein wenig über die Handlung verraten?
Ja, ich denke schon, dass ich weiterhin Bücher für Erwachsene schreiben werde. Es gibt da ein paar Ideen in unterschiedlichen Stadien der Ausarbeitung, aber daran muss ich noch ein wenig feilen. Prinzipiell wird es ähnlich wie beim Viktor Vau sein, also weniger Fantasy, sondern eher Phantastik.

War es schon immer Ihr Traum Schriftsteller zu werden? Oder hat sich das eher zufällig so ergeben? Möchten Sie sich irgendwann nur noch dem Schreiben widmen?
Oh ja, Schriftsteller wollte ich schon mit sechzehn Jahren werden, aber dann kam irgendwie das Leben dazwischen. Mit 52 habe ich dann denn Faden wieder aufgenommen – und klar, ich würde mir wünschen, möglichst bald nur noch vom Schreiben zu leben.

Was gefällt Ihnen besonders an diesem Beruf? Was gefällt Ihnen nicht so sehr?
Irgendwer hat das mal sehr schön ausgedrückt, was an diesem Beruf so toll ist: Du setzt dich morgens an die Arbeit, und abends ist dann etwas entstanden, was es in dieser Welt zuvor noch nicht gegeben hat. Ich glaube, dieser „Schöpfungsaspekt“ ist immer wieder eine Belohnung, gerade dann, wenn es mal ein paar Tage nicht so gut gelaufen ist und man sich vor dem Monitor herumgeplagt hat. Was mir nicht so gut gefällt: Schreiben ist eine einsame Tätigkeit, und man muss ganz gut mit sich selbst zurechtkommen können, um das durchzuhalten.

Entspringen Ihre Charaktere vollständig Ihrer Phantasie oder denken Sie dabei an reale Personen, wie z. B. Freunde oder Schauspieler?
Beides. Für manche Figuren gibt es Vorbilder im wirklichen Leben, so wie der oben genannte Buchhändler Arthur Jackmann, der bei mir zum Bücherwurm Lackmann geworden ist. Wenn ich mir eine Figur ausdenke, dann durchstöbere ich oft das Web nach Fotos, die mir bei der detaillierten Beschreibung helfen könnten.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit, wenn Sie mal nicht mit dem Schreiben beschäftigt sind?
Lesen. ;-)

Haben Sie ein Lieblingsbuch und/oder –autor?
Das wechselt. In diesem Jahr ist es von Jan Koneffke „Die sieben Leben des Felix Kannmacher“. Davor kamen beispielsweise Haruki Murakamis „Kafka am Strand“ und „Der Name des Windes“ von Patrick Rothfuss. Und mein absoluter Lieblingsautor ist (derzeit) Georges Simenon.

Wenn Sie einen Tag in die Rolle irgendeiner Figur aus einem Buch oder Film schlüpfen könnten, welcher wäre es?
Ich würde gern ein Tag Jules Maigret sein, weil ich Paris und die französische Provinz einmal durch seine Augen sehen möchte. Ich möchte in der Brasserie Dauphine sitzen und Bier trinken und Sandwiches essen, ich möchte mit Madame Maigret am Arm abends über die Straßen schlendern, ich möchte die Menschen treffen, die er trifft, ob Verdächtige oder Unschuldige, und ich möchte, wie er, die Zeit haben, einen Fall zu lösen. Oft aus dem Bauch heraus.

Die Maigret-Romane beschreiben (wie auch die Romane von Leo Malet) eine Zeit und eine Stadt, in der das Leben trotz aller Widrigkeiten immer (oder zumindest meistens) lebenswert ist. Simenon schafft es, mit wenigen Worten die Atmosphäre eines Sommer- oder Herbsttages, eines Gebäudes oder Lokals hervorzurufen, als wäre man mitten drin. Deshalb wäre ich auch gern mal mitten drin. :-)

Mit welcher Person (tot oder lebendig) würden Sie gerne mal einen ganzen Tag verbringen, wenn Sie könnten und warum?
Ich würde gern mit Janwillem van de Wetering einen Tag über Zen-Buddhismus, Moral, Recht und Gerechtigkeit, das Schreiben und das Leben diskutieren.

Ein paar meiner Leser schreiben selbst auch. Haben Sie ein paar Tipps für sie?
Nicht aufgeben!

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