Mai  26

[Rezension] Thoughtless – Erstmals verführt


Titel: Thoughtless – Erstmals verführt
Autorin: S.C. Stephens
Originaltitel: Thoughtless
Erstveröffentlichung: 2009
Übersetzerin: Sonja Hagemann

Wissenswertes

Thoughtless – Erstmals verführt ist der Debutroman der us-amerikanischen Bestseller-Autorin S.C. Stephens, die mit ihren zwei Kindern im Nordwesten der USA lebt.

Thoughtless – Erstmals verführt ist zudem der Auftakt zu einer Trilogie. Der zweite Band, Effortless – Einfach verliebt, ist als eBook bereits Ende April auf Deutsch erscheinen. Der dritte Teil, Careless – Ewig verbunden, folgt schon im Juni dieses Jahres.

Daneben gibt es noch eine Nacherzählung des ersten Bandes aus der Sicht von Kellan, die unter dem Titel Thoughtful – Du gehörst zu mir im November dieses Jahres ebenfalls auf Deutsch erscheinen soll. In den USA ist für denselben Monat ein weiterer Band mit dem Titel Untamed geplant, in dem dann jedoch Griffin, der Bassist in Kellans Band, im Mittelpunkt steht.

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Mai  23

[Rezension] Crossfire – Erfüllung


Titel: Crossfire – Erfüllung
Autorin: Sylvia Day
Originaltitel: Entwined with You
Erstveröffentlichung: 2013
Übersetzer: Nicole Hölsken, Jens Plassmann

Wissenswertes

Crossfire – Erfüllung ist einer der zahlreichen Erotikromane der us-amerikanischen Bestseller-Autorin Sylvia Day, deren Bücher mittlerweile in über 40 Sprachen übersetzt wurden. Andere Werke hat sie außerdem unter den Pseudonymen S. J. Day sowie Livia Dare veröffentlicht.

Crossfire – Erfüllung ist zudem der dritte Band einer Pentalogie. Der vierte Teil ist unter dem Titel Crossfire – Hingabe bereits im Dezember vergangenen Jahres auf Deutsch erschienen. Der fünfte Band, One with You, soll in den USA noch in diesem Jahr erscheinen.

Lionsgate hat sich die Filmrechte an der Reihe gesichert und plant eine Fernsehserie daraus zu machen.

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Mai  21

[Rezension] Mit Spionen spielt man nicht


Titel: Mit Spionen spielt man nicht
Autorin: Ally Carter
Originaltitel: Only the Good Spy Young
Erstveröffentlichung: 2010
Übersetzerin: Gerda Bean

Wissenswertes

Mit Spionen spielt man nicht ist eines der zahlreichen Jugendbücher der us-amerikanischen Bestseller-Autorin Ally Carter, die in den Staaten vor allem durch diese Reihe bekannt geworden ist. Sie wuchs als Tochter einer Lehrerin und eines Farmers in Oklahoma auf und arbeitete nach einem abgeschlossenen Studium der Agrarwissenschaft mehrere Jahre in diesem Bereich, ehe sie sich schließlich ganz dem Schreiben widmete.

Mit Spionen spielt man nicht ist zudem der vierte Band der Gallagher Girls Hexalogie. Der fünfte Teil erscheint unter dem Titel Spione lieben gefährlich im Juli dieses Jahres auf Deutsch. Der sechste Band soll schon im Oktober folgen und den Titel Spione fürs Leben tragen.

Daneben gibt es noch eine als eBook erhältliche Novelle mit dem Titel Double Crossed, in der Figuren aus Heist Society und Gallagher Girls aufeinander treffen; eine Novelle mit dem Titel Classified Material, die die Geschehnisse zwischen dem vierten und fünften Teil der Serie näher beleuchtet; sowie eine Kurzgeschichte mit dem Titel A Gallagher Wedding, die nach dem letzten Band spielt.

Die Filmrechte am ersten Teil liegen derzeit bei Tonik Productions.

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Mai  20

[Trailer] The Scorch Trials


Gestern wurde der erste Trailer zu The Scorch Trials, der Fortsetzung zu The Maze Runner, veröffentlicht und ich bin ziemlich beeindruckt. Das Setting ist der absolute Wahnsinn, die neuen Darsteller, auf die man schon einen ersten Blick erhaschen kann, sind wirklich toll und ich bin nach dem großartigen ersten Teil schon unglaublich gespannt darauf, wie es weiter geht, zumal ich die Bücher noch nicht gelesen und somit keine Ahnung habe, wo das alles noch hinführt.

Mai  14

[Rezension] Twin Island – Das Geheimnis der Sophie Crue


Titel: Twin Island – Das Geheimnis der Sophie Crue
Autorin: Jessica Khoury
Originaltitel: Vitro
Erstveröffentlichung: 2014
Übersetzerin: Ursula Höfker

Wissenswertes

Twin Island – Das Geheimnis der Sophie Crue ist die Fortsetzung des Debutromans der us-amerikanischen Autorin Jessica Khoury, die syrische sowie schottische Wurzeln hat. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Hunden und drei Vögeln in Georgia, wo sie am College Englisch studiert hat. Sie begann schon im Alter von vier Jahren mit dem Schreiben und wollte seitdem Autorin werden. Neben dem Schreiben führt sie Regie bei Bühnenstücken und trainiert eine Fußballmannschaft.

Twin Island – Das Geheimnis der Sophie Crue ist zudem der zweite Band einer Trilogie, wobei die einzelnen Bände hier nur lose zusammenhängen. Der dritte Teil, Kalahari, ist bereits im Februar 2015 in den USA erschienen. Daneben gibt es außerdem noch eine als eBook erhältliche Kurzgeschichte mit dem Titel The Sign of the Jaguar, in der eine Szene aus dem ersten Band noch einmal aus der Sicht von Eio geschildert wird.

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Mai  12

[Lesung] Brigitte Riebe


Durch meinen etwas längeren Aufenthalt in Leipzig bin ich dieses Jahr auf der Buchmesse auch endlich mal dazu gekommen der einen oder anderen Lesung beizuwohnen statt immer nur von einem Termin zum nächsten zu hetzen. Am Freitag, 13. März 2015, gehörte dazu unter anderem die Lesung von Brigitte Riebe zu ihrem neuen Roman Die Versuchung der Pestmagd. Es handelte sich dabei wohl sogar um die Premierenlesung, die einige Leser angezogen hatte, sodass es bald keinen einzigen freien Stuhl mehr gab.

Zunächst stellte ihre Lektorin aus dem Diana Verlag kurz das Buch vor, dann begann die Autorin auch schon daraus zu lesen. Laut eigenen Angaben viel es ihr sehr, sehr schwer einen aussagekräftigen Ausschnitt für die nur fünfundzwanzig-minütige Lesung auszuwählen, immerhin sei die Wahl selbst bei einer zweistündigen Lesung schon nicht leicht.

Während der halbstündigen Veranstaltung wurde hauptsächlich gelesen. Zwischendurch streute Brigitte Riebe aber immer wieder kurze, interessante Kommentare und Anekdoten ein. Am lustigsten war dabei wohl ihr eigener Zwischenruf „also ein Schleimscheißer“, mit dem sie ihre Figur des Kardinal Albrechts sehr zutreffend in einem Wort beschrieb.

Ihrer Meinung nach kann man außerdem absolut nicht sagen, dass das Mittelalter ausschließlich eine schlimme Zeit war und nur schlechte Zustände herrschten. Sie findet, dass das Mittelalter in gewisser Hinsicht genau wie unsere heutige Zeit ist und es sowohl helles als auch dunkles gab, gutes wie schlechtes.

Sie erzählte dem Publikum auch, dass die Erwiderung „Gesundheit“ auf ein Niesen aus der Zeit der Beulenpest stammt, in der auch ihr Roman spielt. Im Mittelalter existierten jedoch leider nur sehr wenige Mittel gegen Krankheiten und Hygiene sowie Sauberkeit waren eher unbekannt. Der häufig eingesetzte Aderlass gab den Kranken dann häufig den Rest, weil sie sowieso bereits geschwächt waren und der Körper dadurch nur zusätzlich entkräftet wurde.

Brigitte Riebe liebt Geschichte und bringt es deshalb auch nicht über sich diese frei nach ihrem Willen zu beugen. Aus diesem Grund findet ihr Arzt Vincent auch keinen Impfstoff gegen die Blattern/Pocken, denn dieser wurde eben erst viel später entwickelt. Die Krankheit war jahrhundertelang ein großes Problem und die Betroffenen, darunter angeblich sogar Goethe, behielten schlimme, entstellende Narben zurück.

Insgesamt trug die Autorin drei Szenen aus dem Buch vor und gab anschließend noch einen kurzen Ausblick auf den weiteren Verlauf der Handlung, ehe sie dann schließlich Bücher signierte.

Mai  09

[Rezension] Die kleine Hummel Bommel


Titel: Die kleine Hummel Bommel
Autoren: Britta Sabbag, Maite Kelly
Originaltitel: Die kleine Hummel Bommel
Erstveröffentlichung: 2015
Übersetzer: Originalsprache

Wissenswertes

Die kleine Hummel Bommel ist das erste Bilderbuch der deutschen Autorin Britta Sabbag, deren Debutroman Pinguinwetter es gleich auf die Spiegel-Bestseller schaffte. Sie wurde von Maite Kelly zur Figur der kleinen Hummel inspiriert und hat dann gemeinsam mit ihr die Idee weiterentwickelt, bis schließlich ein Buch daraus wurde. Auch den Song „Du bist du“ haben sie zusammen geschrieben.

Die wundervollen Illustrationen stammen von Joelle Tourlonias, die sich nach ihrem Studium der Visuellen Kommunikation mit dem Schwerpunkt Illustration und Malerei 2009 selbstständig gemacht hat.

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Mai  06

[Meet & Greet] Plauderrunde im Otherland


Am 15. Dezember 2014 fand in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut in der Otherland Buchhandlung in Berlin abends ein Plaudertreff mit diversen Jugendbuchautoren, darunter Pierce Brown, Diana Peterfreund, Mari Mancusi, Boris Koch, Jenny Mai-Nuyen und Kathleen Weise, statt. Ursprünglich hätte auch Kristin Cashore dabei sein sollen und ich war sehr traurig als ich erfuhr, dass ausgerechnet sie wegen Krankheit ihre ganze Reise absagen musste, weil ich sie so gern gefragt hätte, ob überhaupt und wenn ja, wann wir mit einem neuen Buch von ihr rechnen können. Dennoch freute ich mich natürlich darauf die vielen anderen Autoren kennen zu lernen und es waren im Endeffekt sogar noch viel mehr Schriftsteller anwesend als aufgezählt, auch wenn ich deren Namen leider nicht widergeben kann.

Ich selbst saß neben Pierce Brown, der nebenbei bemerkt sehr charmant ist, und einer weiteren Autorin, deren Namen ich leider ebenfalls nicht mitbekommen habe, wodurch ich mich schon im Vorfeld kurz mit ihnen unterhalten konnte. Er wollte unter anderem gern wissen, was ich gerade lese (Auch Spione brauchen Glück) und wer meine Lieblingsautorin sei (Meg Cabot), kannte jedoch beides nicht. Seine Kollegin allerdings schon, weshalb sie über seine Unwissenheit leicht die Augen verdrehte, à la „typisch Mann“, aber er entspricht ja auch nicht gerade der Zielgruppe. ;)

Der einmalige Abend, an dem uns sogar Trank und Speis zur Verfügung gestellt wurden, begann dann offiziell mit einer sehr offenen Gesprächsrunde, das heißt während der ersten ein bis eineinhalb Stunden wurden Fragen offen an alle in den Raum gestellt und nacheinander beantwortet, damit alle an der Konversation teilhaben konnten. Die us-amerikanischen Autoren waren unter anderem sehr interessant am deutschen Buchmarkt sowie den deutschen Lesern, zum Beispiel was Trends betrifft und ob es das Genre New Adult bei uns gibt. [Viel konnte ich leider nicht mitschreiben, dafür ging es einfach alles viel zu schnell.] Ferner mussten alle die Frage nach den Lieblingsbüchern und –genres beantworten. Eine Autorin erntete dabei schockierte Blicke als sie meinte Fantasy und Science-Fiction seien doch im Prinzip das Gleiche, was für vehementes Kopfschütteln und sofortige Erklärungsversuche über den Unterschied sorgte.

Die Autoren waren alle sehr nett und die ganze Atmosphäre war sehr locker und entspannt, trotz der eher kurzfristigen Organisation der Veranstaltung, die leider auch verhindert hatte, dass ich mir vorher noch das eine oder andere Buch besorgen konnte. Etwas unschön war lediglich der sehr hektische Aufbruch der ausländischen Autoren, die wohl plötzlich festgestellt hatten, dass sie schon spät dran waren, weil so kaum Zeit zum Signieren blieb. Dafür haben sie aber zum Teil noch Bücher und andere Goodies verschenkt, sodass ich am Ende nicht nur mit meinen selbst gefertigten Autogrammkarten, sondern mit Lesezeichen, Buttons und zwei von Diana Peterfreund signierten Büchern nach Hause ging.

Die deutschen Autoren blieben, zum Glück, noch etwas länger und ich lernte sowohl Jenny Mai-Nuyen als auch Kathleen Weise kennen, mit der ich ein sehr nettes, ausführliches Gespräch über Blogger, Verlage und Bücher im Allgemeinen führte, wobei wir auch einige tolle Empfehlungen austauschten, bis es 22.30 Uhr schließlich an der Zeit war zu gehen.

Alles in allem war es ein großartiger Abend, den ich nur zu gern wiederholen würde, egal ob mit denselben oder völlig anderen Autoren. Ich persönliche finde so eine Plauderrunde ohnehin noch viel interessanter als herkömmliche Lesungen.

Apr  30

[Rezension] Inspektor Barney – Tatort Hühnerstall


Titel: Inspektor Barney – Tatort Hühnerstall
Autorin: Doreen Cronin
Originaltitel: The Trouble With Chickens
Erstveröffentlichung: 2011
Übersetzerin: Ann Lecker

Wissenswertes

Inspektor Barney – Tatort Hühnerstall ist eines der zahlreichen Kinderbücher der us-amerikanischen Autorin Doreen Cronin, die als Anwältin arbeitete als ihr erstes Buch veröffentlicht wurde. Inzwischen widmet sie sich aber nur noch dem Schreiben.

Inspektor Barney – Tatort Hühnerstall ist zudem der erste Teil einer Dilogie. Der zweite Band ist auf Deutsch bereits erschienen und trägt den Titel Inspektor Barney – Opossum unter Verdacht. Beide Bücher wurden von Kevin Cornell illustriert.

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Apr  23

[Lesung] Letters of Note


Am 27. November 2014 fand im Babylon in Berlin eine Lesung zu der wundervollen Briefsammlung Letters of Note statt, die ich, dank eines Gewinnspiels des Verlags, wenn ich mich recht entsinne, kurzfristig doch noch besucht habe und die so großartig war, dass ich im Nachhinein gern über den ziemlich späten Einlass in den Saal und den leicht verspäteten Beginn hinweggesehen habe.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Jörg Thadeusz, der jeden Vorleser nicht einfach nur ankündigte, sondern mit einem eigenen, persönlichen Brief an sie oder ihn vorstellte und damit viele Lacher erntete. Als Special Guests waren zudem der englische Verleger John Mitchinson sowie der Herausgeber des Buches Shaun Usher angereist.

125 Briefe wurden für ein Buch sowie ein aufwendig produziertes Hörbuch mit zahlreichen prominenten Schauspielern, von denen einige verschiedene Briefe auf der Lesung präsentierten, ausgewählt und von 34 Übersetzern ins Deutsche übertragen. Sie alle stammen von der gleichnamigen Website, die zugleich so etwas wie ein globales Online-Museum ist, und behandeln universelle Themen, von denen sich jeder angesprochen fühlt.

Daraus wurde als erstes der Brief Nr. 009 von Anna Thalbach, der einem talentierten Werbetexter einen Job bei MGM einbrachte, vorgelesen. Fünfzehn Jahre später gewann er als Drehbuchautor einen Oscar.

Nach dieser kurzen Einstimmung kamen John Mitchinson und Shaun Usher auf die Bühne und stellten sich den Fragen des Moderators. Jörg Thadeusz übersetzte die Antworten dabei lediglich als Komfort ins Deutsche und nicht etwa, weil das Publikum kein Englisch könne. Gesprochen wurde natürlich darüber wie Shaun Usher auf die Idee zu Letters of Note kam. Zwei Wochen nachdem er seine zukünftige Frau kennen lernte, ging diese für ein Jahr nach Spanien und sie verliebten sich schließlich beim Briefe schreiben ineinander, weshalb Briefe für ihn eine große Bedeutung haben. Sieben Jahre später startete er die Website als Hobby und begann dort Briefe zu veröffentlichen. Seine eigenen Ergüsse wollte er allerdings nie veröffentlichen. Warum also andere persönliche Briefe? Weil er sie nicht nur interessant findet, sondern sie teilweise auch eine wichtige Rolle in der Geschichte gespielt haben. Allzu persönliche Nachrichten wie z.B. Liebesbriefe veröffentlicht er nur mit Zustimmung des Autors und viele andere sind noch unveröffentlicht, weil sie sogar zu persönlich sind.

John Mitchinson ist später auf diese Website aufmerksam geworden und wollte daraufhin ein Buch daraus machen. Seine Briefe findet er jedoch auch nicht gut genug um sie zu veröffentlichen. Er kennt aber einen Schriftsteller, der einmal seine Ex-Freundinnen gefragt hat, ob sie ihm seine alten Liebesbriefe zurückschicken, weil er diese gern veröffentlichen würde. *g*

Mit einem weiteren Brief kündigte der Moderator die Schauspielerin Iris Berben an, die den Brief Nr. 034 vortrug, den Katharine Hepburn ihrem Geliebten Spencer Tracy lange nach dessen Tod schrieb. Die Originalbriefe, die im Buch ebenfalls abgedruckt sind, wurden dabei übrigens jeweils auf die Leinwand hinter der Bühne projiziert.

Nachfolgend wurde Bernie Mayer mit einem Brief aus der Sicht von dessen Tochter vorgestellt, ehe er den Brief Nr. 117 auf eine sehr komödiantische Weise präsentierte. Seiner Frau hatte er versehentlich gesagt er würde einen Brief von Gandalf vorlesen, dabei handelte es sich in Wirklichkeit um einen Brief von Mohandas Gandhi an Adolf Hitler, der letzteren aber nie erreicht hatte.

Timur Vermes wurde mit den passenden Worten „Er ist wieder da“ aufgerufen und las den Brief Nr. 100 von Clyde Barrow (angeblich der Clyde von Bonnie & Clyde) vor, der darin die Autos von Henry Ford lobt. Über die Authentizität des Briefes wurde jedoch Jahre lang gestritten.

Im Anschluss trug Mechthild Großmann, bekannt unter anderem aus den Münster-Tatorten, den Brief Nr. 079 vor. Vor jedem Brief wurde, wie es auch im Buch der Fall ist, außerdem kurz erläutert, wovon er handelt oder wie er zustande gekommen ist um den Zusammenhang herzustellen. Der Brief von Bette Davis an ihre Tochter stammt zum Beispiel aus deren Memoiren und ist eine Antwort auf den Brief ihrer Tochter, den diese an den Schluss ihrer eigenen Memoiren gesetzt hatte.

Die gleiche Schauspielerin präsentierte danach den Brief Nr. 001, das Eierkuchenrezept, das Queen Elizabeth II. Präsident Eisenhower auf seinen Wunsch hin am 24. Januar 1960 schickte, weil dieser sich bei einem Staatsbesuch in die königlichen Eierkuchen verliebt hatte.

Ihr folgte der Autor Wulf Dorn, der selbst einige Briefe für die Sammlung übersetzt hatte. Er las den Brief Nr. 070 vor, in dem Mario Puzo den Schauspieler Marlon Brando bittet die Hauptrolle in der Verfilmung seines Romans Der Pate zu übernehmen. Das Studio lehnte diesen Besetzungswunsch zunächst ab, änderte seine Meinung aber sobald sie die Probeaufnahmen von ihm als Don Corleone sahen. Die Rolle hätte ihm einen Oscar eingebracht, er lehnte die Auszeichnung jedoch aus Protest ab.

Um das Thema zu wechseln widmete man sich daraufhin Briefen aus der Welt der Popmusik. Benno Fürmann präsentierte den Brief Nr. 030 von Nick Cave, der MTV darin bittet seine Nominierung für einen Award zurückzuziehen, da er nichts für Wettbewerbe übrig hätte und seine Muse nicht verschrecken wolle. Die wunderbare Anna Thalbach ließ uns an Brief Nr. 042 teilhaben, mit dem sich drei Elvis Presley Fans nach dessen Einberufung zur Armee an Präsident Eisenhower wanden um zu verhindern, dass ihrem Idol ein Bürstenhaarschnitt verpasst wird. Passend dazu trug Wulf Dorn anschließend Brief Nr. 057 vor, in dem Elvis Presley Präsident Nixon um ein bestimmtes polizeiliches Abzeichen für seine Sammlung bat. Er überreichte seinen Brief persönlich und traf später tatsächlich den Präsidenten, welcher ihm seinen Wunsch erfüllte.

Bevor dann eine 20-minütige Pause eingelegt wurde, wollte man das Publikum noch musikalisch unterhalten. Ein einzelner Musiker, der seine Gitarre erst auf der Bühne stimmte, spielte eigentümliche Versionen von „Jailhouse Rock“, „Love Me Tender“ sowie „Last Night A DJ Saved My Life“. Meiner Meinung nach war diese Unterbrechung allerdings eher unpassend, viel zu laut und zerstörte die harmonische Atmosphäre.

Nach der Pause ging es mit Iris Berben und Brief Nr. 010 weiter. Dabei handelt es sich um den Herz zerreißenden Abschiedsbrief von Virginia Woolf an ihren Mann, der zu Tränen rührte. Jörg Thadeusz wollte hinterher noch von der bekannten Schauspielerin wissen, wie sie mit ihren Fanbriefen verfahre. Ihre Antwort war sehr interessant, denn sie hebt eher die boshaften auf als die freundlichen, kann sich mittlerweile aber auch davon trennen. Auf jeden Fall bekommt sie auch heute noch viele Briefe auf Papier.

Übersetzer Alexander Wagner las im Anschluss Brief Nr. 076 vor, den sehr bewegenden letzten Brief eines Mannes, der im amerikanischen Bürgerkrieg gekämpft hat, ans seine geliebte Frau.

Timur Vermes präsentierte den Brief Nr. 105 von Autor Charles Bukowski, der heute stolz in einem fahrbaren Buchladen aushängt. Der Autor spricht sich darin aus persönlichem Anlass gegen die Zensur von Büchern aus. Timur Vermes erzählte, dass er nur wenige Briefe als Reaktion auf Er ist wieder da erhalte. Doch es gebe viele Leute, die sagen, man könne das nicht machen, aber dann keine Antwort auf die Frage „Warum nicht?“ geben können.

Darauf folgten mehrere Briefe mit Bezug zu F. Scott Fitzgerald. Conny Lösch las den Brief Nr. 122 von Zelda Fitzgerald an ihren Ehemann vor. Zoe Beck erheiterte uns mit dem wunderbaren Brief Nr. 111 von F. Scott Fitzgerald an seine Tochter Scottie. Benno Fürmann ließ uns durch Brief Nr. 080 an der Freundschaft zwischen F. Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway teilhaben.

Lars Eidinger präsentierte Brief Nr. 002, dessen Autor behauptete Jack the Ripper zu sein, sowie Brief Nr. 069, die Antwort von Iggy Pop auf den Fanbrief der 21-jährigen Laurence.

Den Abschluss bildete der Brief Nr. 038, vorgetragen von Anna Thalbach. Ein 8-jähriges Mädchen bat den Herausgeber der Tageszeitung The Sun um eine Antwort auf die Frage „Gibt es den Weihnachtsmann?“. Er antwortete ihr mit einem großartigen Leitartikel, der bis heute zu einem der am häufigsten nachgedruckten Artikel der Geschichte zählt.

Mit einem großen Dank an alle Schauspieler, Vorleser, etc. sowie die Zuhörer war die möglicherweise interessanteste Lesung, die ich jemals besucht habe, dann auch schon zu Ende. Doch dieser großartige Abend wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Photos während der Veranstaltung zu machen war leider unerwünscht, dafür werde ich mich aber durch das bemerkenswerte Buch in meinem Regal stets daran erinnern können.

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