Apr  08

[Ich lese ...] Thoughtless


Beiträge darüber, was ich im Moment lese, schreibe ich ja eigentlich nur noch selten bis gar nicht, aber das Buch, das ich aktuell lese, beschäftigt bzw. regt mich so sehr auf, dass ich meinem Ärger jetzt mal Luft machen muss. Zwei Dinge aber vorweg: Zum einen könnte dieser Beitrag Spoiler enthalten – also Lesen auf eigene Gefahr – und zum anderen finde ich das Buch trotz meiner gleich folgenden Kritik nicht unterirdisch schlecht. Immerhin bin ich ja von der Handlung so sehr gefesselt, dass ich weiterlesen möchte und würde es bisher vielelicht mit 3 Sternen bewerten.

Ich lese gerade Thoughtless von S.C. Stephens und neben vielen positiven Aspekten gibt es leider auch so einige, die mir sauer aufstoßen.

  1. Normalerweise finde ich es eher charmant, wenn die Protagonistin nicht ganz so selbstbewusst ist und sich nicht für die schönste Frau auf diesem Planeten hält, aber bei Kiera geht es mir unglaublich auf die Nerven, weil sie sich dabei selbst in extreme Widersprüche verstrickt! Selbst einer Jessica Alba fällt auf die Frage nach den persönlichen Problemzonen etwas ein, aber außer angeblich zu großen Augen, manchmal widerspenstigen Haare, die sie allerdings durchaus zu bändigen weiß und einer sportlichen Figur - hier ist schon fraglich, ob das etwas schlechtes ist - fällt ihr offenbar nichts negatives ein. Ihrer Ansicht nach ist ihre Schwester ja so viel schöner, sagt aber gleichzeitig, dass sie sich bis auf Haar- sowie Augenfarbe und der Tatsache, dass ihre Schwester etwas kurviger ist, äußerlich überhaupt nicht unterscheiden. Wie soll man so etwas Ernst nehmen?

    Schlimmer noch, sie beschreibt sich in einer Szene selbst - tolle Haare, ausdrucksstarke Augen und eine sehr schlanke Figur - und bezeichnet das als absolutes Mittelmaß eben! O.O Hallo? Geht's noch? Im Umkehrschluss würde das ja dann fast bedeuten, dass alle Frauen, die nicht wenigstens tolle Haare haben und gertenschlank sind, im Grunde hässlich wären. Was natürlich nicht der Fall ist! Wenn man so etwas liest, braucht man sich ja nicht mehr wundern, dass so viele junge Mädchen Minderwertigkeitskomplexe oder gar Essstörungen entwickeln.

    Nicht jeder hat ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein und das ist auch völlig in Ordnung. Wenn man wirklich mit der eigenen Figur unzufrieden ist, was sehr vielen Frauen so geht, beschreibt man sich aber garantiert nicht als gertenschlank und athletisch, sondern in Kieras Fall als zu dünn, zu knochig, zu wenig hiervon, zu wenig davon, usw. Wenn man hingegen beim Blick in den Spiegel feststellt, dass man eine tolle Figur und etliche andere Vorzüge hat, betrachtet man sich bestimmt nicht als hässliches, unscheinbares Entlein. >.<

  2. Kiera ist unfassbar unselbstständig und scheint kein einziges Hobby zu haben! Zu Beginn dreht sich ihr ganze Universum nur um ihren Freund Denny, er muss sie überall hinbringen und sie tut nichts, ohne ihn vorher um Erlaubnis zu fragen. Ich finde es überhaupt nicht schlimm, dass sie die Uni wechselt um mit ihrem Freund zusammenwohnen zu können. Aber dass sie dann fast in eine Depression verfällt, nur weil ihr Freund 1-2 Monate in einer anderen Stadt arbeitet und deshalb nicht weiß, was sie mit sich und ihrer Zeit nur ohne ihn anfangen soll, ist einfach lächerlich! Jeder Mensch hat doch wohl irgendwelche Interessen, aber sie lungert nur zu Hause herum - nichts gegen Stubenhocker, ich bin ja selbst häufig einer, aber ich liege nicht den ganzen Tag im Bett, sondern lese, schreibe, höre Musik oder tue irgendetwas anderes - und zerfließt in ihrem Selbstmitleid, wenn sie nicht zur Arbeit muss. Ihr Alltag besteht, abseits von der Arbeit und später der Uni, scheinbar nur aus auf der Couch liegen und fernsehen oder schlafen. Das ist mir unbegreiflich! Oder sie sitzt den ganzen Tag vor dem Telefon um nur keinen Anruf von Denny zu verpassen. Und es ist natürlich eine Todsünde, wenn er sie nicht mindestens täglich anruft und stundenlang mit ihr telefoniert.

  3. Generell finde ich die ganze Beziehung zwischen Denny und Kiera irgendwie ungesund. Ich bin ja durchaus dafür, dass man auch in einer Beziehung seine persönlichen, hier beruflichen Träume verwirklichen sollte, aber wenn man zusammen lebt, sollte man vor wichtigen Entscheidungen vielleicht mal miteinander reden! Er nimmt einfach einen 4000 km (oder so) entfernten Job an ohne vorher mit ihr darüber zu sprechen. Sie rastet aus und macht sofort Schluss, als er ihr davon erzählt. Er schmeißt den Job seiner Träume sofort wieder hin und fliegt zu ihr zurück, statt vorher mit ihr zu sprechen. Was zur Hölle soll das? Muss man gleich so überreagieren? Wenn die Firma so sehr an Denny interessiert war, dass sie ihm nach einem Praktikum sofort eine leitende Position geben wollten, hätte er doch wohl mal 2 Tage frei nehmen können um mit seiner Freundin zu reden. Hätten sie in Ruhe miteinander gesprochen, hätte sich das garantiert anders lösen lassen. Kiera tat ihre Überreaktion ja selbst leid, nachdem sie sich beruhigt hatte, was musste er ihr das am Telefon aber auch so vor den Latz knallen? Zumal er zusätzlich noch wie selbstverständlich davon ausgegangen ist, dass sie dann nach dem Studium nachkommen würde. Den Job hätte er nach dem Gespräch immer noch hinschmeißen können, aber nein, so , ohne Chance es rückgängig zu machen, war das natürlich viel logischer.

  4. Das perfekte Wort um Kiera zu beschreiben ist wohl Heuchlerin. Einerseits gibt sie sich total prüde, wird sofort rot, wenn auch nur ansatzweise von Sex die Rede ist und würde Denny sogar bitten sich umzudrehen, während sie sich anzieht, obwohl er sie schon öfter nackt gesehen hat. Während seiner Abwesenheit „freundet“ sie sich mit Kellan an, sie halten ständig Händchen, umarmen sich und liegen eng umschlungen zusammen auf der Couch. Aber da ist ja nichts dabei, richtig? Alles ganz unschuldig. Das würde Denny bestimmt überhaupt nicht stören, nein, gar nicht.

    Andererseits hat sie dann hinter Dennys Rücken heißen Sex mit Kellan und offenbar kein Problem, danach so zu tun als wäre nichts gewesen. Den Sex kann man ihr vielleicht nicht vorwerfen, Denny und sie waren da gerade kurzzeitig getrennt, aber man muss schon sehr abgebrüht sein um sich so zu verhalten. Und es bleibt ja nicht bei diesem einen Mal. Nein, sie haben ein zweites Mal leidenschaflichten Sex, während Denny nur ein paar Meter entfernt ist und auf Kiera wartet. Was macht sie? Richtig! Sie tut wieder so als wäre nie etwas gewesen, sie will den armen Denny ja nicht verletzen. Was man nicht weiß, macht einen nicht heiß. Das machen brave, unschuldige Mädchen doch immer so.

    Sie lebt also weiter munter in ihrer Beziehung mit Denny und reibt es Kellan permanent unter die Nase. Er muss zusehen, wie sie sich küssen und zuhören, wie sie in seinem Haus miteinander schlafen. Aber wehe, Kellan wendet seine Aufmerksamkeit wieder anderen Frauen zu. Das kann sie natürlich überhaupt nicht ertragen, flippt völlig aus und tut so, als wäre er der Arsch, obwohl sie die ganze Zeit über genau das gleiche getan hat.

  5. Wie blind kann man seinen eigenen Gefühlen über eigentlich sein? Sie redet die ganze Zeit davon, dass sie Denny liebt, ist aber eigentlich nur noch aus Schuldgefühlen mit ihm zusammen. Denny zeigt sie oft die kalte Schulter, schläft kaum noch mit ihm und vermisst weder das noch ihn besonders. Im Gegensatz dazu, muss sie ununterbrochen an Kellan denken. Kann ihren Blick nicht von ihm lösen. Schafft es kaum ihn nicht zu berühren. Vermisst ihn in jedem Moment, in dem sie nicht zusammen sind. Will ihn so sehr, dass es fast schon weh tut. Und denkt inzwischen selbst beim Sex mit Denny nur an Kellan. Und was sagt ihr das? Natürlich nichts. Nein, das stimmt nicht, das alles sagt ihr, dass sie Denny liebt. *Kopf schüttel*

    Es ist so offensichtlich, dass sie längst in Kellan verliebt ist, das es mehr als absurd ist, dass sie das selbst nicht kapiert. Ich verstehe ja, dass sie Denny nicht verletzen will und Schuldgefühle hat, weil er ihretwegen seinen Traumjob abgegeben hat. Aber der wahre Grund für ihre Entscheidung ist gar nicht, dass sie ihn liebt, sondern dass sie Angst vor seiner Reaktion hat und nicht will, dass er sie mit anderen Augen sieht. Irgendwann wird die Wahrheit herauskommen und ich persönlich fände es weniger erniedrigend, wenn sie nach dem ersten Ausrutscher Schluss oder zumindest reinen Tisch gemacht hätte, als hinterher zu erfahren, dass sie es mehr als einmal hinter seinem Rücken mit Kellan getrieben hat, längst in ihn verliebt ist und selbst beim Sex nur an ihn gedacht hat.

  6. Noch ein letztes Wort zum Schreibstil: Man hätte die über 600 Seiten bestimmt gut auf 400-450 Seiten kürzen können. Abgesehen von dem ewigen Hin und Her habe ich nach dem gefühlten 1000. Mal aufgehört zu zählen wie oft Kiera, Denny oder Kellan die Stirn runzeln. Mindestens 100 Mal sind es garantiert gewesen und ich habe erst 2/3 des Buches gelesen. Kennt die Autorin denn keine anderen Gesichtsausdrücke?
Apr  07

[Lesung] Kai Meyer


Am 23. November 2014 las Kai Meyer nach eineinhalb Jahren erneut in der Otherland Buchhandlung in Berlin und auch ich war wieder dabei. Selten treffe er an einem Abend auf so viele seiner Leser, weshalb er sich als erstes herzlich für unser aller Kommen bedankte. Daraufhin stellte er kurz sein neues Werk – Die Seiten der Welt – vor. Er wollte schon lange ein Buch über Bücher schreiben, vielleicht sogar schon seit zehn Jahren. Es sollte aber kein Krimi werden, also überlegte er, was man stattdessen machen könnte. Irgendwann hatte er dann die zündende Idee: Nicht nur Menschen haben geheime Seiten, sondern auch Bücher und daher muss e Menschen geben, die diese Seiten lesen können. Seine Hauptfigur Furia ist eine davon.

Danach folgte eine kurze Einführung in die Handlung bis zu einer Szene, in der Furia sich gerade in der unterirdischen Bibliothek aufhält. Diese hat der Autor dann vorgetragen, eher er mit einem Abschnitt fortfuhr, der in London spielt, von wo aus Furia nach Libropolis gelangen will. Im Anschluss daran sprach er noch etwas weiter über das Buch, zum Beispiel den Wald der toten Bücher. Er wollte, dass das Buch wie ein klassisches, altes englisches Kinderbuch sehr beschaulich beginnt und sich dann langsam ausweitet und ernster wird.

Nach insgesamt etwa dreißig Minuten fing dann der für mich immer interessanteste Teil einer jeden Lesung an, nämlich der, in dem man den Autor mit Fragen löchern kann, wie auch immer man ihn nennen will. Ich habe mich bemüht so viele Antworten wie möglich zu notieren um euch nun daran teilhaben zu lassen, habe mir der Ordnung halber dieses Mal allerdings die Freiheit genommen die Reihenfolge anzupassen.

Viele Fragen bezogen sich natürlich auf Die Seiten der Welt, darunter wie lange er von der ersten Notiz bis zur Fertigstellung daran gearbeitet habe. Für das ausführliche Exposé, Szene für Szene, das Sammeln der Ideen und das Formen dieser zu einer Geschichte brauchte er etwa zwei bis vier Monate. Im Anschluss daran schrieb er vier bis fünf Monate Vollzeit an dem Roman, das variiert je nach der Länge des Buches. Er versucht immer Montag bis Freitag jeweils zehn Seiten pro Tag zu schreiben, entweder im Arbeitszimmer oder, was meistens der Fall ist, in seinem Schreibhaus. Am Wochenende schreibt er nie. Im Exposé hatte Die Seiten der Welt noch einen völlig anderen Schluss als in der endgültigen Fassung und hat sich somit im Prozess noch gewandelt.

Er hat auf Yards und Meilen an Stelle von Metern und Kilometern bestanden um Distanzen zu beschreiben, weil es die älteren Maßeinheiten sind und ihn der Begriff Kilometer in Fantasy irgendwie stört. Des Weiteren freute er sich sehr über die große Kampagne zu Die Seiten der Welt und das Signieren der 100 Pakete ging im Endeffekt erstaunlich schnell, es hat wohl keine zwei Stunden gedauert.

Als er gefragt wurde, warum er sich für London als Schauplatz entschieden hat, beantwortete er das sogar sehr ausführlich. Früher hat es ihn immer gestört, dass deutsche Unterhaltungsliteratur nie in Deutschland spielte, was sich inzwischen aber verändert hat. Deshalb hat er damals alles grundsätzlich in Deutschland spielen oder von deutscher Mythologie handeln lassen. Irgendwann hatte er darauf aber keine Lust mehr und wendete sich auch anderen Ländern zu. Seine Arkadien-Trilogie spielt beispielsweise am Mittelmeer. Die Handlung von Die Seiten der Welt sollte ebenfalls nicht nur in Deutschland spielen, auch wenn die Familie ursprünglich aus Deutschland stammt. Auf Grund der Verbindung zur englischen Kinderliteratur und weil es gut zur Geschichte passte, entschied er sich dann für England.


Er schaut sich die Schauplätze seiner Romane oft sehr genau an, darunter Sizilien und Venedig, aber eben nicht immer. Er war zum Beispiel noch nie in der Karibik, wo seine Wellenläufer-Trilogie spielt. Wenn es um historische Romane geht, hat sich in der Zwischenzeit ohnehin alles verändert, bei zeitgenössischen Romanen kann es jedoch hilfreich sein.

Bei der Frage nach dem nächsten Projekt war er ziemlich verschwiegen. Er sprach von einer Jugendbuch/All Age Reihe bei Fischer, wozu es im Dezember erste Informationen geben sollte, könnte sich aber auch vorstellen noch mehr zu Die Seiten der Welt zu schreiben. Inzwischen ist klar, dass er bereits von der Fortsetzung dazu sprach. Und bei einer allein wird es offenbar nicht bleiben.

Er bestätigte, dass er einen vierten Band zu Die Alchimistin schreiben wolle, aber nicht wisse, wann es dazu kommt. Aktuell hält Heyne noch die Rechte an der Reihe, hat aber wohl kein großes Interesse an dieser Fortsetzung, weshalb es sicher noch eine Weile dauern wird.

In naher Zukunft wird Kai Meyer auch keinen neuen historischen Roman schreiben, zumal auch die Verlage nicht sonderlich interessiert daran sind. Historienfans wollen keine phantastischen Elemente sowie umgekehrt und er hat gerade auch keine Lust darauf. Er schließt es allerdings nicht für immer aus.

Arkadien war in den USA leider nur mäßig erfolgreich und auch ein vierter Band hierzu ist im Moment noch nicht in Sicht.

Bei Phantasmen wollte Carlsen unbedingt die Szene mit den Toten aus dem World Trade Center streichen, doch als Autor hat er in diesem Fall darauf bestanden, dass sie enthalten bleibt.

Auf die Cover seiner Romane hat er nur selten Einfluss, mittlerweile wird aber immerhin mit ihm darüber gesprochen. Den meisten Einfluss hatte er bislang bei Loewe. Gegen das Phantasmen Cover hat er sich mit Händen und Füßen gewehrt, den Kampf aber leider verloren, was einer der Gründe für die Trennung vom Verlag war. Er hätte lieber das World Trade Center auf dem Cover gesehen.

Es gibt Pläne für weitere Comic-Umsetzungen, z.B. von einem Drehbuch. Wellenläufer wird diesbezüglich aber keine Fortsetzung erhalten, weil der erste Teil nicht so gut lief wie erhofft, obgleich er sich noch verhältnismäßig gut verkauft hat. Die Ansprüche seitens des Verlags waren wohl etwas illusorisch. Comics sind in Deutschland laut Kai Meyer ein sehr schwieriger Markt und 2000 Verkäufe seien da schon viel.

Die Filmoptionen haben sich leider alle wieder zerschlagen, sodass aktuell nichts geplant ist. Für Arkadien bräuchte man beispielsweise italienische Co-Produzenten, dort sind die Bücher aber bislang gar nicht erschienen. Und gerade in Deutschland ist oft nicht genügend Geld für eigene Produktionen vorhanden. Er selbst kann aber gut ohne Verfilmungen leben. Er freut sich, wenn es klappt, ist aber auch nicht enttäuscht, falls nicht. Wenn zu wenig in ein solches Projekt investiert wird, sind sowohl der Autor als auch die Leser am Ende bloß unglücklich. Wenn man sich auf eine Verfilmung einlässt, sollte man hingegen vorher bedenken, dass ohnehin vieles geändert wird.

Im Hinblick auf das Schreiben macht er alles mit sich selbst aus und tauscht sich kaum mit anderen aus. Er spricht lediglich mit den Lektoren, sobald eine Idee feststeht. Er befürchtet seinen Enthusiasmus zu verlieren, wenn andere seine Idee vielleicht doof fänden und spricht deshalb auch während des Schreibens kaum darüber.

Bei neuen Projekten schließt er stets erst die Verträge ab und beginnt dann das Buch zu schreiben. Er braucht die Gewissheit, dass sein Roman erscheint und ein bisschen auch den damit verbundenen Druck. Die Abgabetermine überzieht er nur selten.

Er hat leider kein Ritual für den Abschluss eines Buches und ihm fällt auch spontan keine romantische Geschichte dazu ein. Meistens ist er froh, wenn er es abschicken kann, weil er es bis dahin schon drei- oder viermal überarbeitet und erst einmal die Nase voll davon hat. Das fertige Buch in den Händen zu halten sei schön, aber längst nicht mehr so aufregend wie bei seinem ersten oder zweiten Buch, zumal er in Gedanken meist schon mit dem nächsten Buch beschäftigt ist. Dennoch ist er natürlich jedes Mal stolz darauf.


Er hat alle seine Bücher in ihrer chronologischen Reihenfolge geschrieben. Die einzige Ausnahme bildet die Szene aus Die Seiten der Welt über Furias Familie (Stichwort: Clowns, Lebkuchen). Diese drei bis vier Seiten hat er schon während der Arbeit an Phantasmen geschrieben, weil er sie gerade im Kopf hatte, was aber sehr ungewöhnlich für ihn ist. Die Position dieser Szene im Roman hat er später mehrmals verschoben.

Die Dialoge schreiben sich nach seiner Aussage fast von selbst, weil er so tief in den Figuren drin ist. Generell braucht er zum Schreiben aber viel Ausdauer und Selbstdisziplin, da es immer Phasen gibt, in denen er Selbstzweifel hat, man sich dann aber trotzdem zum Weiterschreiben zwingen muss. Später findet er dann oft genau die Szenen gut, die er während des Schreibens überhaupt nicht mochte. Außerdem lernt man bei jedem Buch irgendetwas dazu, selbst wenn man es vielleicht nicht genau benennen kann.

Seine Notizen sammelte er früher in diversen Notizbüchern, mittlerweile tippt er das meiste in sein Smartphone ein und schickt es sich alle paar Tage als E-Mail. Es ist schneller und vor allem praktischer, wenn er seine Aufzeichnungen nicht mehr unter viel Gefluchte abtippen muss. Auf dem PC hat er verschiedene virtuelle Ordner an Stelle der Notizbücher. Dem Gefühl nach hat er nur wenige Bücher nicht geschrieben, das heißt er hat nur wenige Stoffe/Ideen bisher nicht umsetzen können.

Auf die Namen für seine eigenen Figuren stößt er manchmal zufällig, andere erfindet er. Er bevorzugt ungewöhnliche Namen, sammelt sie für seine Bücher auf Listen und wählt dann einen passenden aus. Auch Ideen würfelt er oft zusammen und wählt aus mehreren aus.

Als jemand nach seinen fünf Lieblingsbüchern fragte, antwortete er, er könne nicht einmal eines nennen. Der Herr der Ringe hat ihn geprägt und war der Auslöser für seinen Wunsch selbst Autor zu werden. Ferner mag er auch Das Foucaultsche Pendel von Umberto Eco sehr. Das ändere sich aber ständig.

Wo bezieht er seine Bücher? Englische Bücher kauft er online, deutsche Bücher dagegen nur noch vor Ort, sowohl in kleinen als auch in großen Buchhandlungen. Er bestellt aber auch gebrauchte Bücher, zum Beispiel bei Antiquariaten. Er stöbert allerdings selten im Laden, sondern wird eher durch Rezensionen auf ein Buch aufmerksam. Allgemein kauft er Bücher hauptsächlich auf Empfehlung durch Rezensionen, weil er „erstöberte“ Bücher häufig nicht zu Ende liest.

Kai Meyer hat außerdem schon einen erwachsenen Sohn. Obwohl dieser schon als Kind viel gelesen hat, hat dieser die Bücher seines eigenen Vaters erst beachtet als er an der Uni feststellte, dass viele Leute die Bücher kennen und er in der Lage sein wollte mitzureden.
Wenn seine Freunde seine Bücher lesen, freut er sich, nötigt sie aber auch nicht dazu das zu tun.

Nachdem sämtliche Fragen beantwortet waren und wirklich niemandem mehr irgendetwas einfiel, bedankte er sich für unser Zuhören und versicherte, dass er alles signieren würde, gerne auch mehrere Bücher.

Grundsätzlich herrschte eine sehr lockere, angenehme Atmosphäre an dem Abend und wenn ich mich richtig erinnere, wurden sogar Getränke angeboten für die man nur bezahlen musste, was man selbst für angemessen hielt.

Und falls ihr wissen möchtet, welche Heldin bei männlichen Fantasy/SciFi-Buchhändlern als Poster auf dem stillen Örtchen hängt: Es ist Buffy. ;)

Apr  02

[Rezension] Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben


Titel: Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben
Autorin: Joelle Charbonneau
Originaltitel: Independent Study
Erstveröffentlichung: 2014
Übersetzerin: Marianne Schmidt

Wissenswertes

Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben ist der neueste Roman der us-amerikanischen Autorin und ehemaligen Opernsängerin Joelle Charbonneau, die neben dem Schreiben auch heute noch als Stimmtrainerin arbeitet.

Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben ist zudem der zweite Band einer Trilogie. Der dritte Band, Graduation Day, ist bereits im Sommer 2014 in den USA erschienen. Daneben gibt es außerdem noch eine als eBook erhältliche Vorgeschichte zur Reihe mit dem Titel The Testing Guide.

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Mrz  31

[Das Ende einer Serie] Hopeless



Hope Forever | Looking for Hope

Mit Looking for Hope habe ich, mal abgesehen von der noch ausstehenden Novelle, die ich aber generell nicht dazu zähle, eine weitere Serie beendet, in diesem Fall allerdings nur eine Dilogie.

Hope Forever war großartig, der Vorgänger leider nur noch ganz gut. Es gab viele Sachen, die mir nicht so gut gefallen haben und die ich in meiner Rezension kritisiert habe, wobei meine Rezension am Ende vielleicht negativer klingt als sie eigentlich gemeint hat. Das Buch ist ja trotzdem gut und lässt sich schnell lesen. Es hat mich auch unterhalten, nur eben nicht so umgehauen wie der erste Teil. Das lag in meinen Augen aber weniger an den Wiederholungen, diese haben mich überhaupt nicht gestört, sondern vielmehr an Momenten, die mir gefehlt haben sowie Umständen, die in meinen Augen nicht gut durchdacht waren. Mehr dazu könnt ihr dann in meiner Rezension lesen.

Nichtsdestotrotz freue ich mich schon sehr auf Weil wir uns lieben, Finding Cinderella, Confess und alle anderen Bücher von Colleen Hoover.

Mrz  27

[Rezension] Schwur des Tigers


Titel: Schwur des Tigers
Autorin: Colleen Houck
Originaltitel: Tiger’s Destiny
Erstveröffentlichung: 2012
Übersetzerin: Beate Brammertz

Wissenswertes

Schwur des Tigers ist der vierte Band der aktuellen Serie der us-amerikanischen Autorin Colleen Houck, die siebzehn Jahre lang als Dolmetscherin für Gebärdensprache tätig war, ehe sie sich nur noch dem Schreiben widmete. Der erste Band, Tiger’s Curse, erschien zunächst nur als eBook im Eigenverlag, eroberte die Herzen der Leser jedoch im Sturm und belegte schließlich sogar wochenlang Platz 1 der Kindle-Bestsellerliste.

Schwur des Tigers ist der vierte Teil einer Pentalogie. Der fünfte und damit letzte Band soll den Titel Tiger’s Dream tragen. Ein Erscheinungstermin ist allerdings noch nicht bekannt, weil die Autorin aus vertraglichen Gründen zuerst an einem anderen Projekt arbeiten muss. Daneben gibt es noch eine Novelle mit dem Titel Tiger’s Promise, die noch vor dem ersten Band spielt und von Lokeshs Tochter Yesubai handelt.

Außerdem wurden schon die Filmrechte am ersten Teil verkauft. Für das Drehbuch ist Julie Plec, Drehbuchautorin und Produzentin der TV-Serie The Vampire Diaries, verantwortlich.

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Mrz  23

[Das Ende einer Serie] Land ohne Lilien



Geraubt | Geflohen | Gefangen

Land ohne Lilien bzw. The Chemical Garden ist die zweite Serie, die ich in diesem Jahr beende, allerdings mit einem weniger erfreulichen Fazit als bei der vorherigen. Wähernd mir die ersten beiden Bände ausgesprochen gut gefallen haben, war ich von Gefangen im Endeffekt leider ziemlich enttäuscht, was sich auch stark in der Rezension bemerkbar macht, deren Rohfassung ich vorhin geschrieben habe, wobei diese sich im ersten Moment wohl noch schlimmer liest als ich es tatsächlich empfunden habe. Ich fand das Buch keineswegs ausschließlich schlecht, doch es war insgesamt leider nur mittelmäßig, womit ich nach den tollen Vorgängern eben nicht gerechnet hatte. Die Geschichte hat sich in eine Richtung entwickelt, die mir überhaupt nicht gefallen hat und viele Gegebenheiten erschienen am Ende einfach nur unlogisch. Wirklich schade, wenn ich daran denke, was die Autorin stattdessen daraus hätte machen können.

Da mir die ersten beiden Bücher auch rückblickend jedoch noch gut gefallen, wäre ich durchaus bereit weitere Bücher von Lauren DeStefano zu lesen. Ich halte sie auf jeden Fall für talentiert und vielleicht gelingt es ihr ja bei ihrer zweiten Serie diese dann auch gekonnt zum Abschluss zu bringen.

Weil ich in meiner Rezension nicht darauf eingehe, noch ein kurzer Kommentar zur Gestaltung: An sich finde ich die deutschen Cover ja eigentlich ganz hübsch, aber was sollen diese krassen roten Haare? Erstens sehen die total unnatürlich aus und zweitens ist die Protagonistin blond. Warum wird auf so etwas eigentlich nie geachtet?

Mrz  20

[Rezension] A little too far


Titel: A little too far
Autorin: Lisa Desrochers
Originaltitel: A little too far
Erstveröffentlichung: 2013
Übersetzerin: Ilse Rothfuss

Wissenswertes

A little too far ist der erste New Adult Roman der us-amerikanischen Autorin Lisa Desrochers, die mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Kalifornien lebt. Hätte man ihr vor einigen Jahren erzählt, dass sie einmal ein Buch schreiben würde, hätte sie es nicht geglaubt. Inzwischen hat sie bereits mehrere Bücher veröffentlicht und wenn sie nicht mit Schreiben beschäftigt ist, liest sie, denn sie liebt Geschichten, die sie an neue Orte versetzen und sie überraschen.

A little too far ist zudem der erste Teil einer Trilogie. Die folgenden Bände, A little too much, der im Mai 2015 auf Deutsch erscheint, sowie A little too hot, handeln allerdings nicht mehr von Lexie (und Trent), sondern von Alessandro bzw. Sam.

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Mrz  19

[Trailer] Paper Towns


Heute wurde der erste Trailer zu Paper Towns (dt. Titel: Margos Spuren), der zweiten Verfilmung eines Romans von John Green, veröffentlicht und ich muss sagen, ich bin positiv überrascht. Ich bin kein großer Fan von Cara Delevingne, aber sie ist mir im Trailer nicht unbedingt negativ aufgefallen und Nat Wolff konnte mich bereits von sich überzeugen. Die Story, die ich bisher noch nicht kannte, hat mich sofort angesprochen und auch die Musik im Trailer ist ganz wunderbar. Er hat somit seinen Zweck vollständig erfüllt und mich so neugierig gemacht, dass ich mir den Film sehr wahrscheinlich im Kino ansehen werde, wenn er am 6. August bei uns startet.

Mrz  18

[Lesung] Ken Follett


Im November letzten Jahres wurde ich auf Grund gewisser Umstände von Bastei Lübbe zu einer exklusiven Buchpräsentation mit Ken Follett eingeladen, der anlässlich des Mauerfall-Jubiläums den abschließenden Band seiner großen Jahrhundert-Trilogie, Kinder der Freiheit, am 09. November 2014 im Meistersaal in Berlin vorstellte. Obwohl ich noch nichts von dem Autor gelesen hatte, war mir Ken Follett natürlich ein Begriff – außerdem kannte ich seine Romane Die Säulen der Erde sowie Die Tore der Welt zumindest durch die jeweiligen Verfilmungen – und so ließ ich mir diese einmalige Möglichkeit natürlich nicht entgehen und sagte sofort zu.

Trotz des Chaos‘ auf den Straßen – es war der Abend, an dem die beleuchteten Ballons entlang der ehemaligen Mauer später in den Himmel aufstiegen – war ich relativ zeitig dort und konnte mir und meiner Begleitung nach der Bewunderung des Saals somit Plätze in den vordersten Reihen sichern. Mit einiger Verspätung begrüßte uns der bekannte RTL-Moderator Wolfram Kons schließlich zu dieser Veranstaltung, zu der es viele andere geladene Gäste wegen der vollen Straßen offenbar nicht geschafft hatten, und begann den Abend damit den Autor zu interviewen.

Die ersten Sätze galten seinem Erscheinungsbild, denn Ken Follett hatte in letzter Zeit stark abgenommen und war nun nicht mehr so „fett“ – seine Wortwahl, nicht meine! – wie beim letzten Mal, was natürlich für einige Lacher sorgte. Auch seine Frau, die in der ersten Reihe saß, wurde diesbezüglich angesprochen, da sie wohl ein Grund für den Gewichtsverlust war, und bestätigte, dass er nun genug abgenommen habe. Diese musste ihm im späteren Verlauf wegen Tonstörungen außerdem erst einmal sein Handy abnehmen.

Ken Follett hat natürlich nicht geahnt, dass der Erscheinungstermin des letzten Bandes dieser Trilogie mit dem 25-jährigen Mauerfall-Jubiläum zusammen fallen würde. Die Idee mit den Ballons entlang des ehemaligen Mauerverlaufs fand er jedoch wundervoll. Er betrachtet Berlin zudem als Symbol für den Kalten Krieg, weil nicht nur eine Stadt geteilt wurde, sondern die ganze Welt sich spaltete. Deshalb ist unsere Hauptstadt auch ein so wichtiger Schauplatz in Kinder der Freiheit. Die Zeit in Deutschland hat er sehr genossen, da alle Leute ihm gegenüber stets sehr freundlich waren. Als nächstes würde ihn seine Tour dann nach Kanada, Mexiko und Italien führen.


Er freut sich zwar, wenn er mit Schriftstellern wie Shakespeare verglichen wird, findet es aber unrealistisch, da er kein Poet ist. Und seine Bücher seien deshalb so dick, weil die Leute durchaus gern dicke Bücher lesen, solange sie spannend genug sind.

Neben dem Schreiben von Romanen hat er auch einiges für das Fernsehen gemacht, allerdings muss man dort immer genau auf das Budget achten. Beim Theater muss zudem immer alles auf der Bühne stattfinden können. In seinen Romanen hat er dagegen viel mehr Freiheiten. Er kann problemlos von einem Land zum anderen wechseln oder 20.000 Soldaten auf ein Schlachtfeld stellen.

Daraufhin las die Schauspielerin Natalia Wörner, die unter anderem eine Rolle in Die Säulen der Erde hatte, das gesamte erste Kapitel des Romans, passend zum Rest der Veranstaltung ebenfalls auf Englisch. Das dauerte eine gute halbe Stunde, sie machte ihre Aufgabe jedoch so gut, dass man ihr sehr gern zuhörte.

Im Anschluss daran wurde das Gespräch mit dem Autor wieder aufgenommen. Als erstes wurde über John F. Kennedy gesprochen, der, wenn ich es richtig verstanden habe, auch auf dem Originalcover zu sehen ist. Im ersten Teil der Trilogie gibt es nämlich eine Figur, die eine Affäre mit dem Präsidenten hat. Die Frau gibt es wirklich; sie arbeitete im Pressebüro des Weißen Hauses und hat sogar ein Buch darüber geschrieben.

Ken Follett verbringt viel Zeit mir Recherchen und die besagte Frau hat zum Beispiel die erste Fassung seines Buches, insbesondere die Szenen mit Kennedy, gelesen. Es gibt noch einige andere Leute, denen er den ersten Entwurf zeigte, darunter Historiker, die die Fakten kontrollieren und auf historische Genauigkeit achten sollten. Kinder der Freiheit gab er darüber hinaus auch deutschen Freunden, damit er keine dummen Fehler begehe, z.B. seine Figuren etwas sagen oder essen lassen, was Deutsche nie tun würden. Den dümmsten Fehler enthält wohl sein Roman Eye of the Needle. Doch da weder ich noch meine Begleitung eindeutig verstanden haben, worin dieser Fehler besteht, will ich jetzt lieber nicht weiter ins Detail gehen.

Nichtsdestotrotz ist er stolz auf alle seine Bücher, immerhin müsse man erst einmal stur genug sein um ein Werk überhaupt zu beenden. Viele Leute, beispielsweise Journalisten, hätten ihr Leben lang nur angefangene Bücher in ihren Schubladen.

Die Frage, ob er unter großen Druck stehe, beantwortete er mit einem klaren „Ja“. Aber dieser Druck kommt weniger vom Verleger, sondern geht vielmehr von ihm selbst aus, weil er will, dass die Leute seine Bücher mögen. Das empfindet er jedoch nicht als etwas negatives, es macht ihn nur ehrgeiziger.

Dann wendeten sie sich für einen Moment dem Thema Politik zu. Ken Follett ist in jedem Fall dafür Steuern zu zahlen, vor allem wenn sie der Bildung oder der Gesundheitsversorgung zu Gute kommen. Für ihn sind das gute Ideen der Sozialdemokraten. Deshalb wird er bei den nächsten Wahlen in Großbritannien alles dafür tun, dass die aktuelle Regierung nicht wieder gewählt wird. Darüber hinaus interessiere er sich aber nicht so sehr für Politik, weil man für eine einzige gute Idee etliche Unterstützer bräuchte. Wenn er eine gute Idee für einen Roman hat, kann er sie hingegen einfach niederschreiben.

Sein nächster Roman ist für 2017 geplant. Es soll vielleicht in Kingsbridge, etwa 200 Jahre nach Die Säulen der Erde, spielen und von Spionen handeln. Inspiriert wurde er dabei vom ersten englischen Geheimdienst. Im Alter von zwölf Jahren las er seinen ersten James Bond Roman („Live And Let Die“) und merkte dabei, wie spannend ein Buch sein kann. Genau dieses Gefühl möchte er auch seinen Lesern vermitteln. In dem Alter war er allerdings mehr an Mädchen interessiert, er wollte sie damals vor allem so küssen können wie James Bond und es habe wohl funktioniert.


Was will er noch erreichen? 150 Millionen verkaufte Bücher. Ferner will er es schaffen, ein Buch zu schreiben, dem die Leser sich emotional verbunden fühlen und das den Herzschlag beschleunigt, wenn die Figuren in Gefahr geraten. Das ist für ihn das Wunder der Literatur!

Ken Follett konnte nach eigenen Angaben bereits als 4-Jähriger lesen. Er durfte weder fernsehen noch Radio hören, weil seine Eltern aus religiösen Gründen der Meinung waren, dass das einen schlechten Einfluss auf ihn ausüben würde. Der positive Nebeneffekt war, dass er viel gelesen und so Bücher lieben gelernt hat.

Er ist auch überzeugt davon, dass Kinder heute immer noch gern lesen. Harry Potter – der sie dazu brachte morgens um 6 Uhr schon vor dem Buchladen zu stehen – Twilight oder The Hunger Games seien der beste Beweis dafür. Mit den richtigen Büchern werden Kinder seiner Meinung nach immer lesen. Er beneidet die Autoren sogar, die für verschiedene Altersgruppen schreiben können. Er glaube aber diese Fähigkeit selbst nicht zu besitzen.

Zum Abschluss sollte er den Satz vervollständigen, was er in zehn Jahren tun will. Die Antwort: Einfach nur immer noch ein weiteres Buch schreiben.

Damit neigte sich der Abend dem Ende zu, das hieß in diesem Fall jedoch nicht, dass man sofort seine Sachen packen musste. Stattdessen setzte wieder die Bewirtung ein, die neben Getränken leckeres Finger Food und unglaublich köstliche Desserts beinhaltete. Nach einem kurzen Interview vor der Kamera stand der Autor außerdem natürlich noch für das Signieren seiner Bücher bereit. Gekauft hätte ich mir das Buch wahrscheinlich nicht, weil ich die Vorgänger noch gar nicht kannte, doch der Verlag stellte großzügigerweise ein paar kostenlose Exemplare bereit. Daher schnappten auch wir uns beide je ein Buch und baten den Autor um eine Signatur. Wie viele Leute können schließlich schon von sich behaupten einen signierten Ken Follett im Regal zu haben?

Mrz  10

[Cover Revelation] Die Seiten der Welt – Nachtland


Fischer und Kai Meyer haben heute das Cover zum zweiten Teil von Die Seiten der Welt, der den Untertitel Nachtland tragen wird, enthüllt. Mir persönlich gefällt es auf Grund der Farben und der besseren Erkennbarkeit der Motive sogar viel besser als das des Vorgängers, den ich hoffentlich in den nächsten Monaten endlich lesen werde. Aber seht selbst:

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