[Rezension] Trust Again

11. August 2017 | 22:08 | Gelesen

Titel: Trust Again
Autorin: Mona Kasten
Originaltitel: Trust Again
Erstveröffentlichung: 2017
Übersetzer: Originalsprache


Wissenswertes

Trust Again ist der zweite New Adult Roman der deutschen Autorin und Youtuberin Mona Kasten, die mit ihrem Mann, unzähligen Büchern sowie ihren Katzen in Norddeutschland lebt und Koffein in jeder Form liebt.

Trust Again ist zudem der zweite Band einer Trilogie. Der dritte Teil trägt den Titel Feel Again und handelt von Sawyer und Isaac.

Inhalt

Nachdem Dawn in der Vergangenheit gedemütigt und zutiefst verletzt wurde, ist sie fest entschlossen sich nie wieder ernsthaft auf einen Mann einzulassen. Nicht einmal für den charmanten, gut aussehenden Spencer mit seinen hartnäckigen Annäherungsversuchen ist sie bereit eine Ausnahme machen, obschon er es ihr manchmal ganz schön schwer macht eisern zu bleiben. Zu tief sitzt die Angst noch einmal hintergangen zu werden und erneut auf jemanden hereinzufallen, der erst später sein wahres Gesicht zeigt. Doch Spencer übt eine Anziehungskraft auf sie aus, der sie sich einfach nicht entziehen kann, und schon bald entwickeln sie Gefühle füreinander, die über bloße Freundschaft hinausgehen. Dawn weigert sich allerdings vehement sich das einzugestehen und stößt Spencer andauernd von sich, statt ihre schmerzliche Vergangenheit endlich hinter sich zu lassen …

Kritik

Trust Again ist eine gute und durchaus unterhaltsame Fortsetzung, die einen mehrfach zum Schmunzeln bringt, aber insgesamt leider nicht so ganz mit dem Vorgänger mithalten kann. Es fällt jedoch schwer in Worte zu fassen, warum einen das Buch nicht so richtig zu begeistern vermochte oder was genau einem daran nicht gefallen hat. Der sprichwörtliche Funke ist wohl einfach nicht übergesprungen.

Obwohl Dawn nun eigentlich die Hauptrolle spielt, hat man manchmal das Gefühl, dass sie weiterhin lediglich eine sympathische Randfigur darstellt, da die anderen Charaktere nach wie vor sehr präsent sind und sich Dawn mitunter mehr mit Allie, Kayden, Sawyer und deren jeweiligen Problemen beschäftigt als mit sich selbst und ihren eigenen Sorgen. Das macht sie zwar zu einer guten Freundin, keine Frage, doch sie selbst kommt dadurch bisweilen viel zu kurz und geht ein wenig verloren. Außerdem hinterlässt es ein komisches Gefühl, wenn man begreift, wie viele Geheimnisse Dawn tatsächlich vor ihrer angeblich besten Freundin Allie hat, der sie im Endeffekt so gut wie nichts über ihre Vergangenheit oder ihre Zukunftspläne anvertraut hat.

Man hatte Dawn als Figur allerdings schon in Begin Again unheimlich lieb gewonnen und daran ändert sich trotz ihrer Fehler auch in Trust Again nichts, denn diese machen sie schlicht menschlich. Man erfährt viel über sie, das man zuvor noch nicht wusste, weil sie es unsinnigerweise lange vor ihren Freunden geheim hält, zum Beispiel dass sie erotische Liebesromane schreibt um sich etwas dazuzuverdienen.

Man versteht durchaus, dass sie große Angst davor hat noch einmal so verletzt zu werden wie von ihrem Ex und daher versucht sich zu schützen, indem sie Mauern um sich herum errichtet, da sie erst einmal darüber hinwegkommen muss und momentan noch nicht bereit für etwas Neues ist. Es ist jedoch überaus unfair, dass sie wegen dieser Angst alle Männer in eine Schublade mit Nate steckt und allen pauschal unterstellt sich früher oder später ebenso mies zu verhalten wie er. Dadurch verletzt sie jemanden sehr, der aufrichtige Gefühle für sie hat, und verweigert sich starrköpfig der traurigen Wahrheit, dass Nate vielleicht schon immer ein Mistkerl war und sie das nur nie begriffen hat. Darüber hinaus ist es absolut unrealistisch, dass Dawn wegen einer einzigen gescheiterten Beziehung, so furchtbar diese auch geendet haben mag, ernsthaft zu glauben scheint nun für immer Single zu bleiben und sich nie wieder auf einen Mann einzulassen. Dafür ist sie noch viel zu jung.

Spencer ist ein sehr liebenswerter Charakter, über den man nun ebenfalls endlich mehr erfährt. Man hat viel Mitgefühl für die schwere Last, die er auf seinen Schultern trägt. Er versucht stets alles mit sich allein auszumachen und glaubt keine Hilfe verdient zu haben, obschon das, was ihn so belastet, letztlich gar nicht seine Schuld war bzw. er es nicht hätte verhindern können. Es ist wahrlich rührend, wie sehr er sich um seine kleine Schwester kümmert und wie liebevoll er mit ihr umgeht.

Die Beziehung zwischen Dawn und Spencer ist ausgesprochen kompliziert, um nicht zu sagen anstrengend, zumindest gelegentlich, was vor allem an Dawn liegt. Sie fühlt sich zu Spencer hingezogen, will aber trotzdem keine richtige Beziehung mit ihm eingehen, weshalb sie sich schließlich auf eine Freundschaft mit „Bonusleistungen“ einlässt. Mit der Zeit gelingt es Dawn Spencer dazu zu bringen, ihr seine Sorgen anzuvertrauen. Dawn fällt es hingegen äußerst schwer sich ihm umgekehrt ebenso zu öffnen. Sie will Spencer eine gute Freundin sein und ihm bei seinen Problemen helfen, merkt dabei jedoch nicht, wie sehr sie ihn dadurch verletzt, dass sie sich im Gegenzug nicht von ihm helfen lässt und ihn ständig von sich stößt, wodurch sie ihn schließlich gänzlich zu verlieren droht.

Dabei passen die beiden eigentlich wirklich gut zusammen, doch Dawn muss eben erst einmal lernen ihre Ängste zu überwinden und nach vorn zu blinken, statt dem hinterher zu trauern, was sie verloren hat. Beide machen in ihrer gemeinsamen Beziehung Fehler und vielleicht hat Spencer sie tatsächlich ab und an zu sehr bedrängt, das ist aber noch lange kein Grund sein Herz so mit Füßen zu treten, immerhin hat Spencer ihr offen gesagt, was er für sie empfindet, unabhängig davon, ob sie seine Gefühle erwidert.

Wie im New Adult Genre üblich, gibt es auch in Trust Again ein paar erotische Szenen, aus denen Dawn zum Teil die Inspiration für ihre Novellen zieht. Einige Formulierungen von Mona Kasten sind allerdings gewöhnungsbedürftig, wobei das natürlich – wie so Vieles – eine Frage des individuellen Geschmacks ist.

Besonders schön ist im Gegensatz dazu die innige Bindung zwischen Dawn und ihrem Vater und wie sie ihn dabei unterstützt nach so vielen Jahren endlich eine neue Beziehung einzugehen. Selbst ihm hat sie jedoch lange Zeit den wahren Grund für ihre Trennung von Nate verschwiegen, obwohl ihr Vater natürlich bedingungslos hinter ihr steht.

Zur großen Überraschung des Lesers gewinnt zudem ihre Mitbewohnerin Sawyer durch ihre Freundschaft zu Dawn im zweiten Band stark an Sympathie. Sie ist sehr eigen und hat gewisse Marotten, aber definitiv auch ein gutes Herz. Zumindest dafür, wie sehr sie Dawn in bestimmten Situationen unterstützt, muss man sie also einfach gern haben.

Das Ende ist der Autorin ebenfalls sehr gut gelungen, schließt die Geschichte um Dawn und Spencer in sich gekonnt ab und lässt den Leser freudig zurück.

Fazit

Trust Again ist eine unterhaltsame, aber etwas schwächelnde Fortsetzung, die trotz sympathischer Figuren leider nicht durchgängig zu fesseln vermag und daher auch nicht gänzlich mit dem Vorgänger mithalten kann.





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