[Rezension] Der Tannenbaum (Hörbuch)

11. Dezember 2017 | 23:08 | Gehört

Titel: Der Tannenbaum
Autor: Hans Christian Andersen
Übersetzer: unbekannt
Sprecherin: Anna Thalbach
Spieldauer: 23 Min.


Wissenswertes

Der Tannenbaum ist eine Geschichte von Hans Christian Andersen, dem bekanntesten Dichter und Schriftsteller Dänemarks. Seine Berühmtheit verdankt er vor allem seinen zahlreichen Märchen, darunter Die Prinzessin auf der Erbse, Die Schneekönigin, Die wilden Schwäne, Des Kaisers neue Kleider und Die kleine Meerjungfrau.

Das ungekürzte Hörbuch dazu ist beim Audiobuch Verlag erschienen. Gelesen wird die Erzählung von der deutschen Schauspielerin Anna Thalbach, die bereits mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet wurde.

Inhalt

Der Tannenbaum handelt von einem kleinen Tannenbaum, der sich danach sehnt endlich größer zu werden und mehr von der Welt zu sehen als nur die immer gleichen Bäume und Tiere des Waldes. Er fragt sich, was die gefällten Bäume wohl alles zu sehen bekommen und träumt von einem anderen Leben.

Kritik

Der Tannenbaum ist ein schönes, weihnachtliches Hörbuch, das eine berührende Geschichte von Hans Christian Andersen erzählt, die einen am Ende aber schon ein wenig traurig stimmt.

Der Protagonist ist ein kleiner, personifizierter Tannenbaum im Wald, der unbedingt größer werden möchte und sich fragt, was mit seinen Artgenossen passiert, die im Laufe eines jeden Jahres zu verschiedenen Zeitpunkten gefällt werden, und wo sie hingebracht werden. Er hat große Sehnsucht danach den Wald ebenfalls zu verlassen, bis er dann tatsächlich gefällt wird und schließlich als Weihnachtsbaum dient.

Ein prächtiger, geschmückter Weihnachtsbaum zu sein, gefällt ihm ausgesprochen gut, der schöne Moment ist jedoch nur von kurzer Dauer. Bald darauf landet er auf einem dunklen, einsamen Dachboden, wo ihm schließlich klar wird, wie schön er es eigentlich im Wald hatte. Die Rückkehr in sein altes Leben ist aber leider nicht mehr möglich, denn einen einmal gefällten Baum kann man nicht einfach wieder einpflanzen.

Es nimmt also kein gutes Ende für den kleinen Tannenbaum, der gedanklich immer so mit der Zukunft beschäftigt war, dass er den aktuellen Moment nie genießen konnte, und letztlich traurigerweise als Feuerholz endet. Als Leser bzw. Zuhörer hat man viel Mitgefühl für den kleinen Tannenbaum und man fragt sich durchaus, ob es das wert ist, eine richtige, schöne Tanne zu fällen, nur um sie für kurze Zeit zu schmücken, obschon einem natürlich bewusst ist, dass Bäume zwar lebendige Wesen sind, doch keineswegs so denken und fühlen können wie der kleine Tannenbaum in der Geschichte. Der eine oder andere wird allerdings vielleicht ganz froh darüber sein, dass er schon seit Jahren einen künstlichen, deshalb aber nicht etwa weniger schönen, Weihnachtsbaum im Wohnzimmer aufstellt, der jedes Jahr aufs Neue zum Einsatz kommt und geschmückt wird.

Die Geschichte macht einmal mehr deutlich, dass man viele Dinge erst dann zu schätzen weiß, wenn man sie bereits verloren hat. Die Botschaft, die Hans Christian Andersen vermitteln will, ist somit klar: Erfreue dich an den schönen Dingen des Lebens, sei glücklich und zufrieden mit dem, was du bereits hast. Lebe im Hier und Jetzt, statt dich nach einer ungewissen Zukunft zu sehnen, die vielleicht nicht nur Gutes bereit hält.

Ein Vorteil des Hörbuchs: Die Erzählung wird ganz wunderbar vorgetragen von Anna Thalbach. Sie liest wieder einmal großartig und es macht wirklich großen Spaß ihr zuzuhören, vor allem wenn sie ihre Stimme verstellt, um verschiedenen Figuren unterschiedliche Klänge zu verleihen. Nur das Ende wird dadurch leider nicht fröhlicher.

Fazit

Der Tannenbaum ist eine weihnachtliche, jedoch wegen des Ende eher schwermütige Geschichte, wunderbar vorgelesen von Anna Thalbach, die einem vor Augen führt, dass man manchmal besser mit dem zufrieden sein sollte, was man bereits hat, statt sich nach etwas zu sehnen, das möglicherweise nicht so schön ist wie erhofft.





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