Jul  04

[Filmkritik] Du neben mir

04. Juli 2017 | 16:38 | Gesehen, Verfilmt

In vielerlei Hinsicht ist die 17-jährige Madeline genau wie andere Mädchen in ihrem Alter, doch in einem Punkt unterscheidet sie sich gewaltig von ihnen: Sie hat das Haus, in dem sie mit ihrer Mutter lebt, noch nie verlassen. Direkter Körperkontakt mit anderen, selbst das Atmen frischer – ungereinigter – Luft, stellen für sie eine lebensgefährliche Bedrohung dar, denn sie hat SCID, eine schwere Immunkrankheit. Aber sie hat sich inzwischen mit ihrer Situation arrangiert und erkundet die Außenwelt notgedrungen nur in ihrer Phantasie.

Als nebenan eine neue Familie einzieht und Maddie den charmanten Nachbarsjungen Olly mit der Zeit besser kennen lernt, wenn auch nur durch Anrufe und Textnachrichten, reicht ihr das allerdings nicht mehr. Sie will wissen, wie es sich anfühlt ihn zu berühren und ist bereit alles für ihn zu riskieren …


Du neben mir ist die filmische Adaption des gleichnamigen Jugendbuchs von Nicola Yoon und durchaus in der Lage gut zu unterhalten, zumindest wenn man nicht zu sehr über das Gesehene nachdenkt. Andernfalls wird man auf ein paar Kritikpunkte aufmerksam, die einen den Film leider eher zwiespältig betrachten lassen.

Maddie ist eine tolle Protagonistin, mit der man sich prinzipiell gut identifizieren kann. Sie hat vielfältige Interessen, ist klug, unheimlich liebenswert und sehr verträumt, was es ihr vielleicht ein wenig leichter macht mit ihrer schwierigen Situation zurecht zu kommen. Da man es viel zu selten vorfindet, ist außerdem besonders positiv hervorzuheben, dass sie zur Abwechslung einmal nicht dieselbe ethnische Herkunft verkörpert wie so viele andere Heldinnen.

Gespielt wird Madeline ganz wunderbar von der jungen Schauspielerin Amandla Stenberg, die den Zuschauer mit ihrem Lächeln sofort für sich gewinnt und überzeugend darstellt, wie sehr das junge Mädchen sich nach der Außenwelt und dem (Körper-)Kontakt zu anderen Menschen sehnt. Verständlicherweise möchte sie die gleichen Erfahrungen sammeln wie andere Mädchen in ihrem Alter, selbst wenn sie sich dafür ihrer Mutter, zu der sie ein sehr inniges Verhältnis hat, widersetzen und riskieren muss krank zu werden.

Der Nachbarsjunge Olly, gespielt von Nick Robinson, der sich sofort für das hübsche Mädchen interessiert, das er immer nur am Fenster, aber nie draußen, sieht, ist einem ebenfalls auf Anhieb sympathisch. Er denkt sich die verschiedensten Wege aus um mit Maddie in Kontakt zu treten und sie aufzuheitern. Er kann sich gefahrlos im Freien aufhalten, hat jedoch ziemlich große familiäre Probleme, die im Film allerdings nur am Rande erwähnt und leider nicht näher beleuchtet werden.

Olly und Maddie entwickeln bei ihren vielen Gesprächen allmählich tiefe Gefühle füreinander und es entspinnt sich eine süße, authentische Liebesgeschichte zwischen den beiden, die man gespannt verfolgt. Obschon ihre Beziehung eigentlich keine Zukunft haben kann, wünscht man ihnen, dass sie irgendwie einen Weg finden zusammen sein zu können.

Die Darstellung der zahlreichen Nachrichtenverläufe ist ebenfalls sehr gelungen: Statt die Schauspieler beim Tippen zu filmen und den Text wörtlich auf der Leinwand zu zeigen, unterhalten die beiden sich in Maddies Vorstellung an verschiedenen Orten von Angesicht zu Angesicht miteinander, woran man den Zuschauer teilhaben lässt.

Neben der Liebesgeschichte steht aber natürlich auch Madelines Krankheit im Mittelpunkt und eben diese Thematik gibt bei näherer Betrachtung Anlass zur Kritik, angefangen bei der mitunter eher unrealistischen Darstellung gewisser Verhaltensmuster bis zur generellen Verharmlosung der Krankheit. Sicher kann man nicht jedes Detail in einem Film zeigen und niemand möchte sehen wie Menschen oder Gegenstände minutenlang sterilisiert werden. Es wird jedoch der Eindruck erweckt als müssten Besucher bzw. Bewohner vor dem Betreten des Hauses lediglich durch die Luftschleuse gehen, die Schuhe wechseln und sich die Hände waschen – weiter nichts. Doch was genau bringt es sich gründlich die Hände zu desinfizieren, wenn man danach einfach die von draußen mit herein gebrachte Tasche oder das darin befindliche Handy wieder in die Hand nimmt? Müsste nicht jeder Gegenstand, der in den Wohnbereich gelangt, einschließlich der getragenen Kleidung, vorher sterilisiert werden um Maddie umfassend vor Keimen zu schützen? Wie kann es sein, dass Maddie dann einen ganzen Versandkarton aufs Zimmer bekommt und nicht nur den (sterilisierten) Inhalt? Und wie funktioniert das eigentlich mit den Lebensmitteln? Der Inhalt des Kühlschranks sah auf den ersten Blick aus wie bei einem ganz gewöhnlichen Haushalt.

Darüber könnte man vielleicht noch hinweg sehen – es ist ja nur ein Film. Das wirkliche Problem liegt woanders, nämlich in der Auflösung. Wer sich nicht näher mit der Thematik beschäftigt, dem wird es vielleicht gar nicht auffallen. Dann freut man sich einfach für Maddie und hakt den Film als süße, unterhaltsame, aber nicht allzu tiefgründige Liebesgeschichte ab. Setzt man sich etwas mehr mit dieser oder ähnlichen Krankheiten und den Betroffenen auseinander, wird einem hingegen klar, dass das Ende für Menschen, die tatsächlich an einer schweren Immunkrankheit leiden, wahrscheinlich eher ein herber Rückschlag ist. Denn die einstige Heldin mit Identifikationspotenzial, von denen es in gewisser Hinsicht nicht allzu viele gibt, wird ihnen durch den Ausgang plötzlich einfach entrissen.

Fazit

Du neben mir ist eine zumindest teilweise gelungene und dank eines süßen Pärchens und ihrer glaubwürdigen Liebesgeschichte durchaus unterhaltsame Verfilmung, die sicher vielen gefallen wird. Der Umgang mit Maddies Krankheit, insbesondere die diesbezügliche Auflösung der Problematik, lassen hingegen zu wünschen übrig, weshalb der Film echten Betroffenen nicht empfohlen werden kann.

Mrz  10

[Trailer] Confess

10. März 2017 | 00:50 | Verfilmt

Ich hatte für heute zwar eigentlich einen anderen Beitrag geplant – und habe ja gerade erst über einen Trailer geschrieben – doch ich bin gerade so überwältigt, dass ich einfach nicht anders kann. Bis eben habe ich nicht einmal gewusst, dass Confess von Colleen Hoover, das meiner Meinung nach eines ihrer besten Bücher ist, verfilmt wird. Seit heute gibt es aber sogar schon einen Trailer und der ist fantastisch!

Ich finde es toll, dass der Trailer ein bestimmtes Detail noch verschweigt und von den Schauspielern bin ich ebenfalls begeistert. Ryan Cooper war mir bisher noch kein Begriff, doch er hat mir auf Anhieb als Owen gefallen. Und Katie Leclerc, die manche vielleicht schon aus Switched at Birth kennen, mag ich ohnehin sehr gern. Sie entspricht vielleicht nicht genau dem Bild, das ich mir beim Lesen von Auburn gemacht habe, ich kann sie mir allerdings trotzdem gut in der Rolle vorstellen.

Die Verfilmung ist als Mini-Serie angelegt und die einzelnen Episoden wird man ab dem 4. April 2017 online streamen können. Ich für meinen Teil kann es jedenfalls kaum noch erwarten!

Mrz  08

[Trailer] Everything, Everything

08. März 2017 | 01:08 | Verfilmt

Die Veröffentlichung ist schon fast einen Monat her, doch ich habe erst jetzt mitbekommen, dass es inzwischen einen ersten Trailer zur Verfilmung von Everything, Everything (dt. Titel: Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt) von Nicola Yoon gibt. Was soll ich sagen? Ich bin begeistert! Der Trailer hat mich unglaublich neugierig auf den Film gemacht und ich kann es kaum erwarten ihn zu sehen. Amandla Stenberg ist ganz schön erwachsen geworden und ich freue mich schon darauf sie einmal in einer Hauptrolle zu sehen.

Nov  17

[Trailer] Before I Fall

17. November 2016 | 23:08 | Verfilmt

Heute wurde endlich der erste Trailer zu Before I Fall, der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Lauren Oliver, veröffentlicht und ich für meinen Teil hatte beim ersten Anschauen gleich richtig Gänsehaut. Ich bin ohnehin ein Fan von Zoey Deutch und die Geschichte klingt wirklich interessant. Das Buch habe ich, wie ich gestehen muss, bisher nämlich leider noch nicht gelesen. Umso gespannter bin ich jedoch auf den Film, den ich mir garantiert im Kino ansehen werde. Gäbe es für Deutschland schon einen Kinostart, würde ich ihn mir sogar gleich in den Kalender eintragen.

Sep  24

[Trailer] Fallen

24. September 2016 | 23:45 | Verfilmt

Inzwischen gibt es einen ersten offiziellen Trailer zur kommenden Verfilmung von Fallen (dt. Titel: Engelsnacht) – und ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Irgendwie habe ich so das Gefühl, dass mir der Film nicht gefallen wird. Schon die Animation der Flügel ist mir suspekt. Das Buch fand ich ja leider auch nur mittelmäßig, also zumindest den ersten Band der Reihe. Dennoch war ich gespannt auf die Verfilmung. Der erste Trailer macht mir jedoch nicht wirklich Lust darauf den Film zu sehen, schon gar nicht im Kino. Schade.

Sep  13

[Trailer] Fifty Shades Darker

13. September 2016 | 22:08 | Verfilmt

Fifty Shades of Grey hat mir als Film ja sogar besser gefallen, auch wenn der Film eher amüsant und schlicht unterhaltsam als sexy oder gar verrucht war. Für mich hat zumindest die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern gestimmt, daher bin ich durchaus versucht mir den zweiten Teil ebenfalls im Kino anzusehen – aus reiner Neugier natürlich. *g* Der erste Trailer sieht schon einmal ganz vielversprechend aus, zumal man den Fokus nun offenbar mehr auf die Handlung richtet und dafür etwas weniger auf die Erotik.

Mai  09

[Trailer] Inferno

09. Mai 2016 | 22:50 | Verfilmt

Inferno ist eine Verfilmung, auf die ich mich in diesem Jahr besonders freue, auch wenn der Oktober noch eine Weile hin ist, und nach einem ersten Poster wurde heute nun ein erster Teaser Trailer veröffentlicht. Illuminati konnte mich nicht so richtig begeistern, The Da Vinci Code finde ich aber nach wie vor großartig und ich bin gespannt herauszufinden, wo Inferno sich in das Ranking der Robert Langdon Filme einreihen wird. Der Trailer sieht auf jeden Fall vielversprechend aus, weshalb ich mir den Film im Herbst mit Sicherheit im Kino anschauen werde.

Apr  20

[Trailer] The Girl on the Train

20. April 2016 | 23:51 | Verfilmt

Heute wurde der erste Trailer zur Verfilmung von The Girl on the Train veröffentlicht. Bei Büchern bin ich ja kein allzu großer Fan von Thrillern und lese eigentlich fast gar keine. Bei Filmen gehören sie dagegen zu meinen Lieblingsgenres. Der Cast spricht hier ohnehin für sich, aber auch der Trailer konnte mich überzeugen. Sieht jedenfalls nach einem spannenden Film aus, den ich mir vielleicht sogar schon im Kino ansehen werde.

Mrz  24

[Trailer] Bridget Jones’ Baby

24. März 2016 | 14:07 | Verfilmt

Endlich gibt es einen ersten Trailer zu Bridget Jones’ Baby – die ersten beiden Teile zählen seit Jahren zu meinen absoluten Lieblingsfilmen – und ich muss sagen, dass ich tatsächlich positiv überrascht bin. Dass Bridget und Mark im Film – zumindest anfangs, aber ich hoffe natürlich auf ein Happy End für die beiden! – kein Paar sind, gefällt mir zwar gar nicht, aber dafür ist er immerhin noch am Leben! Sein Tod – und nein, das ist kein Spoiler, schließlich steht schon im Klappentext, dass Bridget in dem Buch Witwe ist – ist der Grund, warum ich Bridget Jones – Verrückt nach ihm immer noch nicht gelesen habe und es vermutlich auch niemals tun werde. Meine Neugier hat schnell nachgelassen und inzwischen überwiegt bei mir einfach der Wunsch mir die wundervollen ersten Teile nicht durch diese Entwicklung kaputt machen zu lassen. Auf den Film freue ich mich dafür nun umso mehr.

Mrz  15

[Trailer] Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children

15. März 2016 | 23:55 | Verfilmt

Auch in dieser Woche wurde der erste Trailer zu einer neuen Literaturverfilmung veröffentlicht, auf die ich schon sehr gespannt bin: Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children (dt. Titel: Die Insel der besonderen Kinder). Die Bücher kenne ich bisher nur dem Namen nach, doch der Trailer hat mich wirklich neugierig gemacht und die Story interessiert mich sehr. Außerdem mochte ich die meisten Filme von Tim Burton, die ich bisher gesehen habe, wirklich sehr. Umso gespannter bin ich also auch auf seine charakteristische Umsetzung des Stoffes. In den USA läuft der Film bereits ab September in den Kinos, in Deutschland müssen wir uns leider noch bis zum 3. November 2016 gedulden.

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